Energie

Notstrom für die Heizung: USV, Powerstation oder Stromerzeuger

Warum Gas- und Ölheizungen bei Stromausfall ausfallen, welche Möglichkeiten es gibt, sie weiter zu betreiben (Heizungs-USV, Powerstation, Stromerzeuger), wie du die Laufzeit berechnest und warum eine Fachfirma den Anschluss machen sollte.

Aktualisiert am , 2 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • Gas-, Öl- und Pelletheizungen brauchen Strom für Pumpe, Gebläse und Steuerung, meist 50 bis 150 W.
  • Eine Heizungs-USV mit Batterie schaltet bei Stromausfall automatisch um und hält die Heizung einige Stunden am Laufen.
  • Wichtig: reine Sinuswelle und eine USV mit 2- bis 3-facher Leistung der Heizung.
  • Fest angeschlossene Heizungen haben oft keinen Stecker: Den Umbau macht eine Fachfirma.

Bei einem Stromausfall im Winter wird es in den meisten Wohnungen kalt, auch wenn sie mit Gas oder Öl heizen. Der Grund ist nicht der Brennstoff, sondern die Elektrik der Heizung.

Warum die Heizung ausfällt

Eine moderne Heizung braucht Strom für:

  • die Umwälzpumpe, die das warme Wasser zu den Heizkörpern bringt,
  • das Gebläse, das die Abgase abführt,
  • Zündung, Sensoren und Steuerung.

Ohne Strom startet sie nicht. Das ist gut so: Ein Brenner ohne Pumpe und Abgasgebläse wäre gefährlich.

Die Möglichkeiten

LösungVorteileNachteile
Heizungs-USV + BatterieAutomatische Umschaltung, einmal installiert, günstig pro StundeFachfirma nötig, Batterie alle paar Jahre tauschen
PowerstationKeine Installation, versorgt auch Kühlschrank und LichtTeurer pro kWh, Laufzeit begrenzt
StromerzeugerLäuft, solange Treibstoff da istNur im Freien, laut, CO-Gefahr, Netzumschalter nötig

Für Ausfälle von einigen Stunden ist eine Heizungs-USV die einfachste Lösung. Für mehrere Tage: USV plus Stromerzeuger oder eine große Powerstation.

Die USV auswählen

  1. Leistungsaufnahme der Heizung ablesen (Typenschild oder Anleitung), meist 80 bis 150 W.
  2. USV mit 2- bis 3-facher Leistung wählen: Pumpen haben einen Anlaufstrom.
  3. Reine Sinuswelle: für Heizungselektronik Pflicht.
  4. Externe Batterie: Die Kapazität bestimmst du selbst.

Wie lange es reicht

Stunden ≈ Spannung × Kapazität × nutzbarer Anteil × Wirkungsgrad ÷ Leistung der Heizung

Beispiel: AGM-Batterie mit 12 V und 100 Ah (1.200 Wh), davon die Hälfte nutzbar, 85 % Wirkungsgrad, Heizung 100 W:

12 × 100 × 0,5 × 0,85 ÷ 100 ≈ 5 Stunden Dauerbetrieb.

Weil der Brenner nicht ständig läuft, sind es in der Praxis oft mehr. Mit LiFePO4-Batterien sind 80 bis 90 % der Kapazität nutzbar.

Installation

Viele Heizungen sind fest angeschlossen, ohne Stecker. Damit eine USV, Powerstation oder ein Stromerzeuger sie versorgen kann, muss eine Elektro- oder Heizungsfachfirma einen Stecker-Anschluss oder einen Umschalter einbauen. Bei Gasheizungen gilt: Arbeiten an der Heizung nur durch Fachleute.

Wartung

  • Einmal im Jahr testen: Sicherung raus, läuft die Heizung weiter?
  • AGM-Batterien alle 3 bis 5 Jahre tauschen.
  • Bei der jährlichen Heizungswartung die Anlage mitprüfen lassen.

Was du zusätzlich tun kannst, wenn die Heizung ausfällt: Heizen ohne Strom.

Empfohlene Ausrüstung

Worauf du beim Kauf achten solltest. Die Links öffnen eine Suche in einem Onlineshop; wir verdienen nichts daran.Details.

  1. Heizungs-USV mit externer Batterie

    Schaltet automatisch um, wenn der Strom ausfällt.

    • Reine Sinuswelle
    • 300–600 W für Heizungen bis 150 W
    • Anschluss für externe 12-V- oder 24-V-Batterie
    • Ladefunktion für die Batterie

Häufige Fragen

Funktioniert das auch mit einer Wärmepumpe?

Kaum. Eine Wärmepumpe braucht je nach Größe mehrere Kilowatt, das schafft keine übliche USV oder Powerstation über längere Zeit. Hier helfen nur große Batteriespeicher mit Notstromfunktion oder ein passender Stromerzeuger, geplant von einer Fachfirma.

Was ist mit Fernwärme?

Bei Fernwärme hängt es davon ab, ob das Fernwärmenetz und die Umwälzpumpe im Haus weiterlaufen. Frag deinen Versorger oder die Hausverwaltung.

Quellen und weiterführende Links

Preper dient der allgemeinen Information und ersetzt weder die Anweisungen der Behörden noch ärztlichen Rat. Im Notfall wähle 112 (in der Schweiz auch 144, 117 oder 118).