Energie

Solaranlage, Balkonkraftwerk, Wärmepumpe: was bei einem Stromausfall wirklich hilft

Netzgekoppelte Solaranlage, Hybridanlage mit Notstrom, Balkonkraftwerk, Wärmepumpe: was sie im Alltag bringen, was bei einem Stromausfall passiert und was sich in einer Mietwohnung lohnt.

Aktualisiert am , 2 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • Eine normale Solaranlage und ein Balkonkraftwerk schalten sich bei einem Stromausfall ab, aus Sicherheitsgründen.
  • Strom im Ausfall gibt es nur mit einem Speicher mit Notstrom- oder Ersatzstromfunktion, die eigens geplant werden muss.
  • Balkonkraftwerke sparen Stromkosten, sind aber keine Notstromlösung. Für den Notfall: Powerstation plus faltbares Solarpanel.
  • Wärmepumpen brauchen viel Strom und fallen im Blackout ebenfalls aus.

Viele Haushalte haben inzwischen Solarmodule auf dem Dach oder am Balkon. Ein verbreiteter Irrtum: Dann hat man bei einem Stromausfall ja Strom. Meist stimmt das nicht.

Solaranlage: netzgekoppelt, hybrid oder Insel

AnlageAlltagBei Stromausfall
Netzgekoppelt (ohne Speicher)Senkt die StromrechnungSchaltet ab
Mit Speicher (ohne Notstrom)Mehr EigenverbrauchSchaltet meist ab
Mit Speicher und Notstrom/ErsatzstromWie obenVersorgt einzelne Steckdosen oder das ganze Haus
Inselanlage (ohne Netz)Gartenhaus, WohnmobilLäuft unabhängig

Wer eine Anlage plant und Notstrom will, muss das ausdrücklich mit dem Installateur besprechen: Notstromfähige Wechselrichter, Umschalteinrichtung und Speicher kosten extra.

Balkonkraftwerk

Steckersolargeräte sind beliebt und in Deutschland seit 2024 mit bis zu 800 W Wechselrichterleistung vereinfacht erlaubt. Sie sparen jedes Jahr Stromkosten. Bei einem Stromausfall schalten sie sich aber ab. Als Notstromlösung taugen sie nicht.

Kleine Windräder und Wasserkraft

Kleinwindanlagen bringen an den meisten Wohnorten wenig und brauchen eine Genehmigung. Kleinwasserkraft ist nur mit eigenem Bach und Genehmigung möglich. Für die meisten Haushalte keine realistische Option.

Wärmepumpen

Wärmepumpen sind effizient, brauchen aber Strom, oft mehrere Kilowatt. Bei einem Blackout fallen sie aus. Ein gut gedämmtes Haus kühlt langsamer aus; zusätzlich hilft ein Kaminofen als Backup, siehe Heizen ohne Strom.

Was in einer Mietwohnung geht

Kurz: was sich lohnt, nach Priorität

  1. Taschenlampen, Radio, Powerbanks.
  2. Eine Powerstation mit 500 bis 1.000 Wh.
  3. Ein faltbares Solarpanel dazu.
  4. Für Hausbesitzer: bei einer neuen Solaranlage gleich Speicher mit Notstrom einplanen.

Häufige Fragen

Warum liefert meine Solaranlage im Stromausfall keinen Strom?

Netzgekoppelte Wechselrichter müssen sich bei Netzausfall abschalten, damit kein Strom in eine Leitung fließt, an der Monteure arbeiten. Ohne Speicher mit Notstrom- oder Inselfunktion bleibt die Anlage aus, auch bei Sonne.

Wie viel Leistung darf ein Balkonkraftwerk haben?

In Deutschland sind seit 2024 Steckersolargeräte mit bis zu 800 W Wechselrichterleistung vereinfacht erlaubt und müssen im Marktstammdatenregister angemeldet werden. In Österreich und der Schweiz gelten eigene Grenzen und Meldepflichten; erkundige dich beim Netzbetreiber.

Quellen und weiterführende Links

Preper dient der allgemeinen Information und ersetzt weder die Anweisungen der Behörden noch ärztlichen Rat. Im Notfall wähle 112 (in der Schweiz auch 144, 117 oder 118).