Zuhause

Ist mein Haus erdbebensicher? Erdbebenzonen in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Wo in Deutschland, Österreich und der Schweiz Erdbeben möglich sind, was die Erdbebenzonen bedeuten, woran du die Bauweise deines Hauses einschätzen kannst und wer ein Gebäude fachlich prüft.

Aktualisiert am , 2 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • Auch in Mitteleuropa gibt es Erdbeben: am Niederrhein, im Oberrheingraben, auf der Schwäbischen Alb, im Wiener Becken und vor allem in der Schweiz (Wallis, Basel).
  • Neubauten in Erdbebenzonen müssen nach Eurocode 8 (bzw. den Schweizer SIA-Normen) bemessen sein.
  • Ältere, unverstärkte Mauerwerksbauten und Gebäude mit offenen Erdgeschossen sind anfälliger.
  • Eine verlässliche Einschätzung kann nur eine Tragwerksplanerin oder ein Tragwerksplaner geben.

Erdbeben verbindet man eher mit Italien, Griechenland oder Rumänien. Doch auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz bebt die Erde regelmäßig, meist so schwach, dass man es kaum spürt. Stärkere Beben sind selten, aber möglich.

Wo es bebt

  • Deutschland: Niederrheinische Bucht (Köln, Aachen), Oberrheingraben (Basel bis Frankfurt), Schwäbische Alb, Vogtland.
  • Österreich: Wiener Becken, Mürz- und Murtal, Inntal.
  • Schweiz: das Wallis und die Region Basel sind am stärksten gefährdet, aber Beben sind im ganzen Land möglich. Die Schweiz hat die höchste Erdbebengefährdung der drei Länder.

Erdbebenzonen und Normen

Für Neubauten gelten Erdbebenzonen und Baunormen: in Deutschland und Österreich der Eurocode 8 mit nationalen Anhängen, in der Schweiz die SIA-Normen. In gefährdeten Zonen müssen Tragwerke Erdbebenlasten aufnehmen können.

Woran du dein Haus einschätzen kannst

Eher robustEher anfällig
Neubau nach aktuellen NormenÄltere unverstärkte Mauerwerksbauten
Stahlbeton mit durchgehenden Wänden„Weiches“ Erdgeschoss mit großen Fenstern oder Garagen
Regelmäßiger, kompakter GrundrissUnregelmäßige Grundrisse, große Auskragungen
Gut verankerte Schornsteine und GiebelFreistehende Schornsteine, schwere Dachaufbauten

Das ist nur eine grobe Orientierung. Eine verlässliche Bewertung kann nur eine Tragwerksplanerin oder ein Tragwerksplaner geben.

Was du tun kannst

  • Eigentümer: Bei Umbauten in Erdbebenzonen eine Fachperson einbeziehen, Schornsteine und Giebel sichern lassen.
  • Mieter: Bei der Hausverwaltung nachfragen, wann das Gebäude gebaut wurde.
  • Alle: Möbel sichern, siehe Möbel gegen Erdbeben sichern, und wissen, was im Ernstfall zu tun ist: Erdbeben: was tun?.

Häufige Fragen

Wie stark können Erdbeben bei uns werden?

Starke Beben sind selten. Das Basler Erdbeben von 1356 gilt als das stärkste historisch bekannte Beben nördlich der Alpen. In der Schweiz rechnet der Schweizerische Erdbebendienst damit, dass sich auch heute ein vergleichbar starkes Beben ereignen kann.

Brauche ich eine Erdbebenversicherung?

Erdbeben sind in Deutschland Teil der Elementarschadenversicherung, die du zusätzlich zur Wohngebäudeversicherung abschließt. In der Schweiz sind Erdbebenschäden durch die normale Gebäudeversicherung meist nicht gedeckt; es gibt eigene Lösungen. Prüf deine Verträge.

Quellen und weiterführende Links

Preper dient der allgemeinen Information und ersetzt weder die Anweisungen der Behörden noch ärztlichen Rat. Im Notfall wähle 112 (in der Schweiz auch 144, 117 oder 118).