Haus und Keller vor Hochwasser und Starkregen schützen
Wie du herausfindest, ob dein Haus gefährdet ist, und was du an Grundstück, Dach, Keller und Haustechnik tun kannst: Rückstauklappe, Elementarschadenversicherung, mobile Schutzsysteme, Notfallausrüstung.
Kurz gesagt
- Nicht nur Flussanlieger sind betroffen: Starkregen setzt jedes Jahr Keller fern von Gewässern unter Wasser.
- Die wichtigste bauliche Maßnahme ist oft eine Rückstauklappe, damit Abwasser nicht aus Toilette und Abfluss im Keller drückt.
- Wertvolles, Dokumente und Chemikalien gehören nicht in den Keller. Heizöltanks gegen Aufschwimmen sichern.
- Ohne Elementarschadenversicherung zahlt die Wohngebäude- oder Hausratversicherung meist nicht.
Starkregen kann innerhalb von Minuten Straßen fluten, Kanäle überlasten und Wasser durch Kellerfenster, Lichtschächte oder den Abfluss ins Haus drücken. Viele Schäden lassen sich mit überschaubarem Aufwand vermeiden, wenn man sie vorher angeht.
1. Die eigene Gefährdung kennen
- Hochwassergefahrenkarte deines Bundeslandes oder Kantons ansehen, in Österreich den HORA-Pass erstellen.
- Starkregen bedenken: Liegt dein Haus in einer Senke, am Fuß eines Hangs oder tiefer als die Straße?
- Frühere Ereignisse: Nachbarn und Gemeinde wissen oft, wo das Wasser schon einmal stand.
2. Grundstück und Dach
- Dachrinnen und Fallrohre sauber halten, damit sie Starkregen fassen.
- Wasser vom Haus weg leiten: Gefälle, Rinnen, Versickerungsflächen statt versiegelter Flächen.
- Lichtschächte und Kellerabgänge mit Aufkantungen oder Abdeckungen schützen.
- Gullys auf der Straße vor dem Haus bei angekündigtem Starkregen von Laub befreien.
3. Keller
- Rückstauklappe oder Hebeanlage im Abwasser: verhindert, dass Wasser aus dem überlasteten Kanal in den Keller drückt. Regelmäßig warten lassen.
- Kellerfenster und Türen abdichten oder mobile Schutzsysteme bereithalten.
- Heizöltanks gegen Aufschwimmen sichern lassen: Auslaufendes Öl macht aus einem Wasserschaden einen Totalschaden.
- Nicht im Keller lagern: Dokumente, Fotos, Wertsachen, Chemikalien, Vorräte, die du im Notfall brauchst.
- Elektrik: Steckdosen und Geräte möglichst hoch, separater Stromkreis für den Keller.
4. Im Haus
- Wichtige Dinge in obere Stockwerke.
- Wissen, wo Strom, Gas und Wasser abgeschaltet werden.
- Den Notfallrucksack und die Dokumentenmappe griffbereit halten.
5. Bereithalten
- Tauchpumpe mit ausreichend langem Schlauch
- Sandsäcke oder mobile Barrieren
- Gummistiefel, Arbeitshandschuhe
- Nass-Trockensauger, Eimer, Wischer
- Warn-App und Pegel-App installiert
- Elementarschadenversicherung abgeschlossen und Police in der Dokumentenmappe
Nach dem Hochwasser
- Strom erst von einer Fachkraft prüfen lassen.
- Schäden fotografieren, bevor du aufräumst, und die Versicherung schnell informieren.
- Gründlich trocknen und lüften, um Schimmel zu vermeiden; bei großen Schäden Bautrockner einsetzen.
Was du während eines Hochwassers tust, steht im Ratgeber Hochwasser und Starkregen: was tun?.
Häufige Fragen
Wie finde ich heraus, ob mein Haus gefährdet ist?
In Deutschland zeigen die Hochwassergefahrenkarten der Bundesländer überflutungsgefährdete Gebiete; einige Städte haben zusätzlich Starkregenkarten. In Österreich gibt es den HORA-Pass mit einer persönlichen Einschätzung, in der Schweiz die Gefahrenkarten der Kantone.
Lohnen sich Sandsäcke?
Sie helfen, Wasser von Kellerfenstern und Türen fernzuhalten, sind aber schwer und brauchen Zeit. Mobile Schutzsysteme aus Aluminium oder Kunststoff, die vor Türen und Fenster gesetzt werden, sind schneller aufgebaut.
Darf ich den Keller selbst auspumpen?
Erst, wenn der Strom abgeschaltet ist und das Wasser draußen gesunken ist, sonst kann der Druck des Grundwassers Wände oder Boden beschädigen. Bei großen Mengen die Feuerwehr fragen.
Quellen und weiterführende Links
Preper dient der allgemeinen Information und ersetzt weder die Anweisungen der Behörden noch ärztlichen Rat. Im Notfall wähle 112 (in der Schweiz auch 144, 117 oder 118).