Notgepäck

Notfallrucksack (Notgepäck): die vollständige Checkliste

Was nach den Empfehlungen des BBK und der EU in den Notfallrucksack gehört, wie schwer er sein darf und wo er stehen sollte. Eine Checkliste zum Abhaken, Punkt für Punkt erklärt.

Aktualisiert am , 3 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • Ein Rucksack pro Person, griffbereit an der Tür. Er sollte höchstens 20 bis 25 % des Körpergewichts der Person wiegen, die ihn trägt.
  • Das Wichtigste: Medikamente, Erste-Hilfe-Material, Wasser, Verpflegung für 2 Tage, Taschenlampe, Radio, Powerbank, Bargeld und die Dokumentenmappe.
  • Zweimal im Jahr prüfen: Wasser, Essen, Medikamente und Batterien.
  • Es gibt auch eine Version zum Ausdrucken und einen Planer mit Gewichtsrechner.

Ein Wohnungsbrand, ein Gasleck, eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg bei Bauarbeiten oder ein Hochwasser: Manchmal musst du dein Zuhause innerhalb von Minuten verlassen. In so einem Moment denkt niemand klar an alles. Deshalb lohnt es sich, einen Rucksack vorab zu packen, den du mit einem Griff mitnehmen kannst.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) nennt das Notgepäck. Die EU empfiehlt, dass sich jeder Haushalt mindestens 72 Stunden selbst versorgen kann. Die Liste unten verbindet beides.

Die Grundregel

Für jedes Familienmitglied nicht mehr, als in einen Rucksack passt. Ein Rucksack ist praktischer als ein Koffer, weil du beide Hände frei hast. Er sollte höchstens 20 bis 25 % deines Körpergewichts wiegen; für die meisten Erwachsenen sind das 8 bis 12 kg.

Die Checkliste

Gesundheit

  • Persönliche Medikamente für mindestens eine Woche, plus Kopie der Rezepte oder des Medikamentenplans
  • Erste-Hilfe-Material: Pflaster, Verbandpäckchen, Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe
  • Ersatzbrille oder Kontaktlinsen, Hörgeräte und Batterien
  • FFP2-Masken (das BBK empfiehlt sie zum Schutz vor Viren, Bakterien und Schadstoffen in der Luft)
  • Hygieneartikel für ein paar Tage: Zahnbürste, Seife, Feuchttücher, Toilettenpapier, Monatshygiene, Windeln

Wasser und Essen

  • Trinkflasche, 2 bis 3 Liter Wasser
  • Wasserfilter oder Entkeimungstabletten
  • Verpflegung für 2 Tage in staubdichter Verpackung: Riegel, Nüsse, Trockenobst, Zwieback
  • Essgeschirr und Besteck, Dosenöffner, Taschenmesser

Licht, Strom und Information

  • Taschenlampe oder Stirnlampe mit Ersatzbatterien
  • Batterie- oder Kurbelradio mit Ersatzbatterien
  • Geladene Powerbank und Ladekabel
  • Liste wichtiger Telefonnummern auf Papier (das Handy kann leer sein)

Kleidung und Schlafen

  • Kleidung für ein paar Tage, auch Regen- und Kälteschutz
  • Feste Schuhe, Kopfbedeckung, Arbeitshandschuhe
  • Schlafsack oder Decke
  • Rettungsdecke

Dokumente und Geld

  • Dokumentenmappe mit Kopien: Personalausweis oder Reisepass, Geburts- und Heiratsurkunden, Zeugnisse, Versicherungspolicen, Grundbuch- oder Mietunterlagen, Impfpass
  • Die Kopien in einer wasserdichten Hülle; zusätzlich eine verschlüsselte digitale Kopie auf einem USB-Stick
  • Bargeld in kleinen Scheinen und Münzen (bei Stromausfall funktionieren Kartenzahlung und Geldautomaten nicht)
  • Ersatzschlüssel für Wohnung und Auto

Für Kinder und Haustiere

  • Brustbeutel oder SOS-Kapsel mit Name, Geburtsdatum und Anschrift
  • Ein Kuscheltier, ein kleines Spiel oder Buch
  • Futter, Leine, Impfausweis und Transportbox für Haustiere

Tipp: Mach mit deinem Handy Fotos von der Wohnung. Wenn du nach einem Hochwasser oder Brand zurückkommst, helfen sie bei der Schadensmeldung an die Versicherung. Das BBK empfiehlt das ausdrücklich.

Wohin damit?

In die Nähe der Wohnungstür, in den Flurschrank oder unter die Garderobe. Alle im Haushalt sollten wissen, wo er steht. Wer ein Auto hat, packt zusätzlich eine kleine Tasche mit Decke, Wasser, Taschenlampe und Snacks in den Kofferraum.

Zweimal im Jahr prüfen

Ein guter Rhythmus sind die Zeitumstellungen im März und Oktober:

  1. Wasser und Lebensmittel austauschen, bevor sie ablaufen.
  2. Medikamente prüfen und ersetzen.
  3. Batterien testen, Powerbank laden.
  4. Kleidung an die Jahreszeit und an wachsende Kinder anpassen.
  5. Kopien der Dokumente aktualisieren.

Und zu Hause?

Der Rucksack ist für den Fall, dass du gehen musst. Für den häufigeren Fall, dass du zu Hause bleiben musst, etwa bei einem langen Stromausfall, brauchst du einen Vorrat für bis zu 10 Tage. Wie viel Wasser das ist, steht im Ratgeber Wasservorrat: wie viel du lagern solltest, was du essen kannst, in der Liste für den Lebensmittelvorrat. Wie ihr euch als Familie absprecht, erklärt der Notfallplan für die Familie.

Empfohlene Ausrüstung

Worauf du beim Kauf achten solltest. Die Links öffnen eine Suche in einem Onlineshop; wir verdienen nichts daran.Details.

  1. Wanderrucksack mit 40–50 Litern

    Die Basis des Notgepäcks. Ein spezieller „Survival-Rucksack“ ist nicht nötig.

    • Breiter Hüftgurt und gepolsterte Schulterträger
    • Wasserabweisender Stoff oder Regenhülle
    • Mehrere Fächer, damit du schnell etwas findest
  2. Aufladbare Stirnlampe

    Lässt die Hände frei, wenn du etwas trägst oder Erste Hilfe leistest.

    • Mindestens 200 Lumen
    • Laden per USB-C, dazu Betrieb mit AAA-Batterien möglich
    • Rotlicht-Modus, um andere nicht zu blenden
  3. Kurbelradio mit Solarpanel

    Damit hörst du die Durchsagen der Behörden, auch wenn das Handy kein Netz hat.

    • UKW und möglichst DAB+
    • Laden per Kurbel, Solar und USB
    • Eingebaute Lampe und USB-Ausgang fürs Handy
  4. Powerbank mit 20.000 mAh

    Lädt ein Handy drei- bis viermal. Halte sie geladen.

    • USB-C mit Power Delivery
    • Ladestandsanzeige
    • Nicht schwerer als etwa 400 g

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Notgepäck und Notvorrat?

Der Notvorrat bleibt zu Hause und soll dich bei einem Stromausfall oder Hochwasser bis zu 10 Tage versorgen. Das Notgepäck ist der Rucksack, den du mitnimmst, wenn du dein Zuhause schnell verlassen musst, etwa bei einem Brand, einer Evakuierung oder einem Bombenfund. Es soll dir über die ersten Tage außer Haus helfen.

Wie schwer darf der Rucksack sein?

Für Erwachsene am besten 8 bis 12 kg. Am schwersten ist das Wasser: 2 bis 3 Liter im Rucksack reichen, dazu ein Filter oder Entkeimungstabletten. Das BBK empfiehlt Verpflegung für etwa 2 Tage.

Brauchen Kinder einen eigenen Rucksack?

Ja, aber einen kleinen: eigene Trinkflasche, Snacks, Wechselkleidung, Taschenlampe, Pfeife und einen Brustbeutel oder eine SOS-Kapsel mit Name, Geburtsdatum und Anschrift. Den Rest tragen die Erwachsenen.

Wo bewahre ich den Rucksack auf?

In der Nähe der Wohnungstür oder in einem Flurschrank, sodass du ihn in Sekunden greifen kannst. Nicht im Keller: Bei Hochwasser oder Brand kommst du dort womöglich nicht mehr hin.

Quellen und weiterführende Links

Preper dient der allgemeinen Information und ersetzt weder die Anweisungen der Behörden noch ärztlichen Rat. Im Notfall wähle 112 (in der Schweiz auch 144, 117 oder 118).