Notfallvorsorge für Einsteiger: in 7 Schritten gut vorbereitet
Du brauchst keinen Bunker und kein großes Budget. Die sieben Schritte, mit denen jede Familie ein paar Tage ohne Strom, Wasser oder Einkauf übersteht, nach den Empfehlungen von BBK, Zivilschutz und Alertswiss.
Kurz gesagt
- Ein realistisches erstes Ziel: 3 Tage, in denen dein Haushalt allein zurechtkommt. Dann auf 10 Tage ausbauen, wie es das BBK empfiehlt.
- Die Reihenfolge zählt: zuerst Wasser, Medikamente und Licht, dann Essen, Geld und Dokumente.
- Vorsorge ist kein Großeinkauf, sondern eine Gewohnheit: bei jedem Einkauf ein bisschen mehr.
- Wie gut du schon vorbereitet bist, zeigt der 2-Minuten-Test.
- 3 Minuten ohne Luft
- 3 Stunden ohne Schutz bei extremem Wetter
- 3 Tage ohne Wasser
- 3 Wochen ohne Essen
Notfallvorsorge klingt nach Bunker und Überlebenstraining. In Wirklichkeit geht es um etwas viel Einfacheres: dass deine Familie ein paar Tage ohne Hilfe von außen zurechtkommt, wenn der Strom ausfällt, das Wasser wegbleibt oder du das Haus nicht verlassen kannst.
Die Behörden sind ehrlich: Bei einer großen Lage können Rettungskräfte nicht sofort überall sein. Wer sich selbst helfen kann, hilft damit auch denen, die dringender Hilfe brauchen.
Schritt 1: Überleg, was bei dir passieren kann
Nicht jede Gefahr betrifft jeden. Frag dich:
- Wohnst du in der Nähe eines Flusses, in einer Senke oder am Hang? Dann sind Hochwasser und Starkregen wichtig.
- Heizt du mit Strom, Gas oder Fernwärme? Ein Stromausfall im Winter trifft dich dann besonders.
- Gibt es in deinem Haushalt ältere Menschen, Babys, Kranke oder Haustiere?
Die Gefahren für dein Land findest du in den Länder-Ratgebern für Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Schritt 2: Wasser sichern
Ohne Wasser hältst du nur wenige Tage durch. Das BBK empfiehlt 2 Liter pro Person und Tag, möglichst für 10 Tage. Fang mit einem Sechserpack pro Person an. Alles Weitere im Ratgeber Wasservorrat.
Schritt 3: Medikamente und Erste Hilfe
- Einen Vorrat an Medikamenten, die du täglich brauchst, für mindestens zwei Wochen (sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt).
- Eine gut sortierte Hausapotheke.
- Ein Erste-Hilfe-Kurs. Er ist mehr wert als jede Ausrüstung.
Schritt 4: Ein Essensvorrat, den ihr auch esst
Lebensmittel, die ohne Kühlung halten und wenig oder gar nicht gekocht werden müssen. Kauf bei jedem Einkauf ein paar Dinge mehr und verbrauche die ältesten zuerst. Die Liste für den Lebensmittelvorrat hilft beim Einkauf.
Schritt 5: Licht, Wärme und Information
- Taschenlampen oder Stirnlampen mit Ersatzbatterien, keine Kerzen als Hauptlicht.
- Ein Batterie- oder Kurbelradio: Wenn Internet und Mobilfunk ausfallen, ist es die wichtigste Informationsquelle.
- Powerbanks, warme Decken und Schlafsäcke.
- Notfallwarnungen im Handy aktiviert und eine Warn-App installiert. Mehr dazu unter Warnungen, Sirenen und Warn-Apps.
Schritt 6: Geld und Dokumente
- Bargeld in kleinen Scheinen für ein paar Tage: Bei Stromausfall funktionieren Kartenzahlung und Geldautomaten nicht.
- Eine Dokumentenmappe mit Kopien von Ausweisen, Urkunden, Versicherungen und Verträgen, die Originale an einem sicheren Ort.
Schritt 7: Ein Plan für die Familie
Wo trefft ihr euch, wenn das Handy nicht geht? Wer holt die Kinder aus der Schule? Wen ruft ihr an? Das klärt der Notfallplan für die Familie. Dazu gehört ein gepackter Notfallrucksack für den Fall, dass ihr schnell gehen müsst.
Nach den ersten 3 Tagen
Wenn die Grundausstattung steht, bau sie Schritt für Schritt aus:
- Vorräte von 3 auf 10 Tage erweitern (in Österreich empfiehlt der Zivilschutz mindestens 14 Tage).
- Eine Kochmöglichkeit ohne Strom, etwa einen Campingkocher.
- Eine Lösung für Strom, zum Beispiel eine tragbare Powerstation.
- Zweimal im Jahr alles prüfen, zum Beispiel bei der Zeitumstellung.
Den Bedarf für deinen Haushalt rechnet der Vorratsrechner aus.
Häufige Fragen
Ist Notfallvorsorge nicht Panikmache?
Nein. Die Behörden in Deutschland, Österreich und der Schweiz empfehlen sie seit Jahrzehnten, und die EU rät inzwischen allen Haushalten dazu. Es geht nicht um Weltuntergang, sondern um Alltägliches: einen Stromausfall im Winter, Hochwasser, eine Grippewelle, bei der die ganze Familie im Bett liegt.
Was kostet das?
Ein Grundvorrat für 3 Tage kostet pro Person meist nicht mehr als ein großer Wocheneinkauf, vor allem, wenn du Lebensmittel nimmst, die ihr ohnehin esst. Vieles hast du schon zu Hause.
Ich wohne in einer kleinen Wohnung. Wo soll das alles hin?
Unters Bett, oben in den Kleiderschrank, in den Keller oder eine Abstellkammer. Ein Vorrat für 10 Tage für zwei Personen passt in ein bis zwei Regalfächer plus ein paar Wasserpacks.
Quellen und weiterführende Links
Preper dient der allgemeinen Information und ersetzt weder die Anweisungen der Behörden noch ärztlichen Rat. Im Notfall wähle 112 (in der Schweiz auch 144, 117 oder 118).