Notfallplan für die Familie: Treffpunkte, Kontakte, Aufgaben
Wie ihr euch als Familie auf einen Notfall vorbereitet: wie ihr euch erreicht, wenn das Handynetz ausfällt, wo ihr euch trefft, wer die Kinder holt und was jeder wissen muss. Mit Vorlage zum Ausfüllen.
Kurz gesagt
- Legt eine Kontaktperson in einer anderen Stadt fest: Bei ihr melden sich alle, wenn ihr euch nicht erreicht.
- Zwei Treffpunkte: einer direkt am Haus, einer im Viertel, falls ihr nicht nach Hause kommt.
- Schreibt die wichtigsten Nummern auf Papier: Ohne Akku kennt niemand mehr eine Handynummer auswendig.
- Den Plan könnt ihr mit dem Notfallplan-Generator in 10 Minuten ausfüllen und ausdrucken.
Im Notfall seid ihr vielleicht nicht zusammen: Die Eltern sind bei der Arbeit, die Kinder in der Schule, die Großeltern zu Hause. Wenn dann das Handynetz überlastet ist, weiß niemand, was die anderen tun. Ein Notfallplan beantwortet die wichtigsten Fragen, bevor sie sich stellen.
1. Wie ihr euch erreicht
- Eine Kontaktperson in einer anderen Stadt festlegen, bei der sich alle melden.
- Kurznachrichten statt Anrufe: SMS und Messenger kommen bei überlasteten Netzen oft noch durch.
- Nummern auf Papier: Jede Person bekommt eine Karte für den Geldbeutel mit den wichtigsten Nummern.
- Notfallwarnungen auf allen Handys aktivieren.
2. Wo ihr euch trefft
| Treffpunkt | Wofür | Beispiel |
|---|---|---|
| Direkt am Haus | Brand, Gasgeruch, plötzliche Evakuierung | Vor der Haustür, am großen Baum gegenüber |
| Im Viertel oder in der Stadt | Ihr kommt nicht nach Hause | Bei Freunden, in der Bibliothek, am Gemeindehaus |
| Außerhalb der Stadt | Großräumige Evakuierung | Bei Verwandten im Nachbarort |
Viele Gemeinden richten im Notfall Notfalltreffpunkte oder „Leuchttürme“ ein, an denen es Informationen und Hilfe gibt. Frag bei deiner Gemeinde nach, wo der nächste ist.
3. Wer was übernimmt
- Wer holt die Kinder ab? Und wer, wenn diese Person nicht kann?
- Wer kümmert sich um ältere oder pflegebedürftige Angehörige?
- Wer nimmt die Haustiere und den Notfallrucksack mit?
- Wer schaltet Gas, Wasser und Strom ab?
4. Was alle wissen müssen
- Wo Notfallrucksack, Taschenlampen, Radio und Hausapotheke stehen.
- Wo man Gas, Wasser und Strom abschaltet.
- Die Notrufnummer: 112 überall in Europa (in der Schweiz auch 144, 117 und 118; in Deutschland 110 für die Polizei, in Österreich 133).
- Was die Sirenensignale bedeuten, siehe Warnungen, Sirenen und Warn-Apps.
5. Besondere Bedürfnisse
- Medikamente und Hilfsmittel: Vorrat, Medikamentenplan, Ersatzbatterien für Hörgeräte.
- Menschen mit Behinderung: Wer hilft beim Verlassen der Wohnung? Das BBK hat eigene Empfehlungen dafür.
- Babys: Säuglingsnahrung, Windeln, Fläschchen.
- Haustiere: Futter, Transportbox, Impfpass, ein Ort, an dem sie unterkommen können.
6. Üben
Einmal im Jahr gemeinsam: zum Treffpunkt gehen, die Nummern anrufen, den Notfallrucksack durchsehen. Kinder lernen spielerisch, und Erwachsene merken, was fehlt.
Die Vorlage
Mit dem Notfallplan-Generator füllt ihr alles in 10 Minuten aus: Telefonnummern, Treffpunkte, medizinische Angaben. Ihr bekommt ein Blatt für den Kühlschrank und Karten für jedes Familienmitglied. Die Daten bleiben nur in deinem Browser.
Häufige Fragen
Warum eine Kontaktperson in einer anderen Stadt?
Bei einem großen Ereignis sind die Netze vor Ort oft überlastet, Anrufe in eine andere Region klappen eher. Außerdem ist die Person selbst nicht betroffen und kann Nachrichten zwischen euch weitergeben.
Was ist mit den Kindern in Schule oder Kita?
Fragt nach, was Schule und Kita im Notfall tun und wer die Kinder abholen darf. Tragt eine zweite Person ein, die sie abholt, wenn ihr es nicht schafft, und sagt das den Kindern.
Wie oft sollten wir den Plan üben?
Einmal im Jahr reicht, etwa am Bundesweiten Warntag oder beim Sirenentest. Geht zusammen zum Treffpunkt, prüft die Nummern und den Notfallrucksack.
Quellen und weiterführende Links
Preper dient der allgemeinen Information und ersetzt weder die Anweisungen der Behörden noch ärztlichen Rat. Im Notfall wähle 112 (in der Schweiz auch 144, 117 oder 118).