Wasservorrat für den Notfall: wie viel du lagern solltest und wie
Wie viel Trinkwasser ein Haushalt für den Notfall braucht (BBK: 2 Liter pro Person und Tag, für bis zu 10 Tage), wie du es richtig lagerst, wie lange es hält und was du tust, wenn der Vorrat zu Ende geht.
Kurz gesagt
- Das BBK rechnet mit 1,5 Litern zum Trinken plus 0,5 Litern zum Kochen: 2 Liter pro Person und Tag, also 20 Liter für 10 Tage.
- Mit Wasser für Hygiene sind 3 bis 4 Liter pro Tag realistischer. Fang mit 3 Tagen an und bau den Vorrat aus.
- Am einfachsten: Mineralwasser in Flaschen, kühl und dunkel gelagert, im Alltag verbraucht und nachgekauft.
- Zum Spülen und Waschen hilft eine volle Badewanne oder ein paar Kanister mit Leitungswasser.
48 Liter = 24 2-Liter-Flaschen
Berechnung: 4 Liter pro Person und Tag zum Trinken, Kochen und für die nötigste Hygiene. Das BBK rechnet mit 2 Litern nur zum Trinken und Kochen.
Ohne Essen hält ein Mensch unter Umständen drei Wochen durch, ohne Flüssigkeit nur wenige Tage. Bei einem großflächigen Stromausfall kann auch die Wasserversorgung ausfallen, weil die Pumpen keinen Strom mehr haben, vor allem in höheren Stockwerken. Ein Wasservorrat ist deshalb der wichtigste und zugleich günstigste Teil der Vorsorge.
Wie viel Wasser?
| Empfehlung | Menge |
|---|---|
| BBK (Deutschland) | 1,5 l zum Trinken + 0,5 l zum Kochen = 2 l pro Person und Tag, möglichst für 10 Tage |
| BWL (Schweiz) | 9 l pro Person, also ein Sechserpack mit 1,5-Liter-Flaschen, als Grundbedarf für etwa 3 Tage |
| Zivilschutz (Österreich) | ein Vorrat für mindestens 14 Tage |
| Mit Hygiene (Händewaschen, Zähneputzen, Katzenwäsche) | eher 3 bis 4 l pro Person und Tag |
Für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und einem Kind heißt das nach BBK: 3 × 2 Liter × 10 Tage = 60 Liter. Das sind zehn Sechserpacks mit 1-Liter-Flaschen oder rund sieben Packs mit 1,5 Litern.
Den genauen Bedarf für deinen Haushalt rechnet der Vorratsrechner aus.
Klein anfangen: Ein Vorrat für 3 Tage hilft schon sehr, sagt auch das BBK. Kauf bei jedem Einkauf einen Sechserpack mehr, bis du dein Ziel erreicht hast.
Wie du Wasser richtig lagerst
- Kühl, dunkel, trocken: im Keller, in der Speisekammer, unter dem Bett. Nicht in der Sonne und nicht neben Heizung, Benzin oder Putzmitteln, denn Kunststoff nimmt Gerüche auf.
- Original verschlossen: Gekauftes Mineralwasser ist die einfachste und sicherste Lösung.
- Lebender Vorrat: Trink die ältesten Flaschen zuerst und kauf nach. So läuft nichts ab.
- Verteilt: Ein Teil im Keller, ein Teil in der Wohnung. Bei Hochwasser ist der Keller als Erstes nicht mehr erreichbar.
Wasser für Toilette und Waschen
Für die Toilettenspülung musst du kein Trinkwasser verwenden. Wenn sich ein Ausfall ankündigt, etwa bei einer Unwetterwarnung:
- Badewanne und Eimer mit Leitungswasser füllen.
- Ein paar Kanister mit Leitungswasser bereitstellen (10 bis 20 Liter).
- Für die Toilette reichen ein paar Liter aus dem Eimer direkt in die Schüssel.
Wenn der Vorrat ausgeht
- Abkochen: Wasser sprudelnd aufkochen lassen und einige Minuten kochen. Das tötet Krankheitserreger, entfernt aber keine Chemikalien.
- Filtern: Ein Outdoor-Wasserfilter hält Bakterien und Parasiten zurück. Trübes Wasser vorher durch ein sauberes Tuch laufen lassen.
- Entkeimungstabletten aus Outdoor-Läden oder Apotheken, genau nach Packungsangabe.
- Behördliche Hinweise beachten: Bei Hochwasser oder Verunreinigung geben Wasserversorger und Gesundheitsamt Abkochempfehlungen heraus. Sie gehen über Radio, Warn-Apps und die Website deiner Gemeinde.
Die Rechnung im Kopf
Pro Person und Tag zwei 1-Liter-Flaschen, mal 10 Tage. Wer das hat, ist bei den meisten Stromausfällen und Störungen der Wasserversorgung auf der sicheren Seite. Was du dazu essen kannst, steht in der Liste für den Lebensmittelvorrat, und wie du einen Stromausfall durchstehst, im Ratgeber Stromausfall: was tun?.
Häufige Fragen
Wie lange hält Mineralwasser?
Auf der Flasche steht meist ein Mindesthaltbarkeitsdatum von etwa einem Jahr bei PET und länger bei Glas. Ungeöffnet und kühl gelagert ist es auch danach in der Regel noch trinkbar, kann aber nach Kunststoff schmecken. Am einfachsten ist ein „lebender Vorrat“: verbrauchen und nachkaufen.
Kann ich Leitungswasser selbst abfüllen?
Ja, in saubere, lebensmittelechte Kanister oder Flaschen. Fülle sie randvoll, verschließe sie gut und tausche das Wasser etwa alle sechs Monate aus. Für Trinkwasser sind gekaufte Flaschen die sicherere Wahl.
Zählen Saft und andere Getränke mit?
Ja. Das BBK sagt ausdrücklich, dass auch Fruchtsäfte oder andere Getränke zum Vorrat zählen. Ein Teil sollte aber Wasser sein, auch zum Kochen.
Wie viel brauchen Haustiere?
Ein mittelgroßer Hund braucht etwa einen halben bis einen Liter am Tag, eine Katze deutlich weniger. Plane das zusätzlich ein.
Quellen und weiterführende Links
Preper dient der allgemeinen Information und ersetzt weder die Anweisungen der Behörden noch ärztlichen Rat. Im Notfall wähle 112 (in der Schweiz auch 144, 117 oder 118).