Stromausfall: was tun? Vorsorge und richtiges Verhalten, Stunde für Stunde
Was bei einem Stromausfall alles ausfällt, was du in den ersten Minuten tust, wie du ohne Strom kochst, heizt und informiert bleibst und wie du dich auf einen tagelangen Blackout vorbereitest. Nach den Empfehlungen des BBK.
Kurz gesagt
- Die meisten Stromausfälle sind nach wenigen Stunden behoben. Bei großen Schäden kann es aber Tage dauern.
- Sofort: Taschenlampe statt Kerze, empfindliche Geräte ausstecken, Kühlschrank geschlossen halten.
- Informiert bleiben: Batterie- oder Kurbelradio. Internet und Mobilfunk fallen nach einiger Zeit aus.
- Niemals Grill, Campingkocher oder Stromerzeuger in Innenräumen betreiben: Kohlenmonoxid ist tödlich.
- Licht sofort
- Internet (Router) sofort
- Kartenzahlung, Geldautomaten sofort
- Aufzüge sofort
- Gasheizung sofort
- Wasser in oberen Stockwerken (Pumpen) Minuten bis Stunden
- Kühlschrank sicher ca. 4 Stunden
- Mobilfunknetz nach einigen Stunden
Richtwerte für Geräte, die einwandfrei liefen und geschlossen blieben. Nimm ein Thermometer: Über 4 °C sind leicht verderbliche Lebensmittel nach 2 Stunden nicht mehr sicher.
Ein Stromausfall betrifft fast den ganzen Alltag: Licht, Herd, Kühlschrank und meist auch die Heizung fallen aus. In höheren Stockwerken kommt oft kein Wasser mehr aus der Leitung, Kartenzahlung und Geldautomaten funktionieren nicht, und nach einiger Zeit sind auch Internet und Mobilfunk gestört.
Ursachen gibt es viele: Stürme, Hochwasser, Schnee, Bauarbeiten, technische Defekte, aber auch Sabotage oder Cyberangriffe. Meist ist der Strom nach wenigen Stunden wieder da. Bei großflächigen Schäden kann es aber Tage dauern.
Die ersten Minuten
- Ruhig bleiben und Licht machen, mit Taschenlampe oder Stirnlampe, nicht mit Kerzen.
- Prüfen, ob nur du betroffen bist. Sind die Nachbarn und die Straßenbeleuchtung auch dunkel? Wenn nur deine Wohnung betroffen ist, sieh im Sicherungskasten nach.
- Empfindliche Geräte ausstecken (Computer, Fernseher), damit sie beim Wiedereinschalten keinen Schaden nehmen. Eine Lampe eingeschaltet lassen: Dann merkst du, wenn der Strom zurück ist.
- Herd und Bügeleisen ausschalten, damit nichts unbeaufsichtigt angeht, wenn der Strom wiederkommt.
- Kühlschrank und Gefriertruhe geschlossen halten.
- Radio einschalten. Ein Batterie- oder Kurbelradio ist bei einem langen Ausfall oft die einzige Informationsquelle.
Wenn es länger dauert
Informiert bleiben
- Akkus von Handy und Laptop schonen: Bildschirm dunkler, Energiesparmodus, unnötige Apps schließen.
- Powerbanks, solarbetriebene Ladegeräte oder das Auto (bei laufendem Motor, nie in der geschlossenen Garage) zum Laden nutzen.
- Warn-Apps wie NINA und die Durchsagen im Radio verfolgen.
Kochen ohne Strom
Kleine Mahlzeiten gehen auf einem Campingkocher, wer einen Balkon oder Garten hat, kann den Grill nutzen. Niemals in der Wohnung grillen: Es besteht Erstickungsgefahr durch Kohlenmonoxid. Im Vorteil ist, wer Lebensmittel im Vorrat hat, die man kalt essen kann. Mehr dazu in der Liste für den Lebensmittelvorrat.
Warm bleiben
- Einen Raum zum Aufenthalt wählen und die Türen schließen, damit die Wärme bleibt.
- Warme Kleidung in Schichten, Mützen, Decken, Schlafsäcke.
- Trotzdem regelmäßig lüften, vor allem wenn Kerzen oder Gasgeräte brennen.
- Bei gasbetriebenen Heizgeräten nur Modelle mit Sauerstoffmangel- und Zündsicherung verwenden. Ein Kohlenmonoxid-Warnmelder erhöht die Sicherheit.
- Wer einen Kamin oder Ofen hat, sollte einen Vorrat an Holz oder Briketts anlegen.
Wasser und Toilette
Wenn das Wasser ausfällt, hilft dein Wasservorrat. Für die Toilettenspülung reicht Brauchwasser aus Badewanne oder Eimer.
Nach den Nachbarn sehen
Ältere, allein lebende oder pflegebedürftige Menschen brauchen oft Hilfe, besonders im Winter. Klingel kurz bei ihnen.
Wenn der Strom zurückkommt
- Geräte nacheinander wieder einschalten, nicht alle auf einmal.
- Kühlschrank und Gefriertruhe prüfen: Was aufgetaut und wärmer als 4 °C war, solltest du bei leicht verderblichen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch und Milchprodukten nicht mehr essen.
- Heizung und Warmwasser kontrollieren.
- Vorräte, Batterien und Powerbanks wieder auffüllen.
Vorsorge: was du jetzt tun kannst
- Taschenlampen oder Stirnlampen und Ersatzbatterien an einem festen Ort
- Batterie- oder Kurbelradio
- Geladene Powerbanks
- Bargeld in kleinen Scheinen
- Wasservorrat und Lebensmittelvorrat für bis zu 10 Tage
- Campingkocher mit Gaskartuschen
- Warme Decken und Schlafsäcke
- Wichtige Telefonnummern auf Papier
- Kohlenmonoxid-Melder, wenn du mit Gas oder Holz heizt
Wer Geräte wie Router, Kühlschrank oder ein medizinisches Gerät weiter betreiben will, kann mit dem Powerstation-Rechner ausrechnen, wie lange eine tragbare Powerstation reicht.
Häufige Fragen
Wie lange hält der Kühlschrank ohne Strom?
Geschlossen etwa 4 Stunden. Eine volle, geschlossene Gefriertruhe hält rund 48 Stunden, eine halb volle etwa 24 Stunden. Öffne sie so selten wie möglich.
Funktioniert das Festnetztelefon bei Stromausfall?
Moderne Router und Telefone brauchen Strom, deshalb fällt das Festnetz meist sofort aus. Das Handy funktioniert, solange der Akku hält und die Mobilfunkmasten Notstrom haben, oft nur einige Stunden.
Ist eine Kerze nicht genauso gut wie eine Taschenlampe?
Nein. Kerzen sind eine der häufigsten Brandursachen bei Stromausfällen. Wenn überhaupt, dann nur in einem standfesten Halter, nie unbeaufsichtigt und nie in der Nähe von Vorhängen.
Was ist mit Menschen, die auf medizinische Geräte angewiesen sind?
Wer ein Beatmungsgerät, eine Sauerstoffversorgung oder ähnliches zu Hause nutzt, sollte mit Arzt und Gerätelieferanten klären, wie lange der Akku hält und welche Notstromlösung sinnvoll ist, und dem Netzbetreiber Bescheid geben.
Quellen und weiterführende Links
Preper dient der allgemeinen Information und ersetzt weder die Anweisungen der Behörden noch ärztlichen Rat. Im Notfall wähle 112 (in der Schweiz auch 144, 117 oder 118).