Notfälle

Hitzewelle: so schützt du dich, deine Familie und deine Wohnung

Wie du die Wohnung bei Hitze kühl hältst, wie viel du trinken solltest, wer besonders gefährdet ist und woran du einen Hitzschlag erkennst. Mit Checkliste und Hinweisen zu den Hitzewarnungen.

Aktualisiert am , 2 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • Hitze ist in Mitteleuropa die Naturgefahr mit den meisten Todesopfern, vor allem unter älteren, allein lebenden Menschen.
  • Tagsüber Fenster zu und verdunkeln, nachts und frühmorgens lüften.
  • Regelmäßig trinken, auch ohne Durst. Mittags körperliche Anstrengung vermeiden.
  • Hitzschlag ist ein Notfall: Bei Verwirrtheit, heißer Haut oder Bewusstlosigkeit sofort 112 wählen.

Hitzewellen werden häufiger, länger und intensiver. Sie fallen weniger auf als ein Hochwasser oder ein Sturm, sind aber gefährlich: Jedes Jahr sterben in Europa in heißen Sommern viele Menschen an den Folgen der Hitze, die meisten von ihnen ältere, kranke oder allein lebende Menschen.

Wer besonders gefährdet ist

  • Ältere Menschen, vor allem wenn sie allein leben
  • Babys und Kleinkinder
  • Menschen mit Herz-Kreislauf-, Lungen- oder Nierenerkrankungen und Diabetes
  • Menschen, die bestimmte Medikamente nehmen (etwa Entwässerungsmittel oder Blutdrucksenker)
  • Schwangere
  • Wer im Freien arbeitet oder Sport treibt

Die Wohnung kühl halten

  • Tagsüber: Fenster schließen, Rollläden, Jalousien oder Vorhänge zu, am besten außen verschattet.
  • Nachts und frühmorgens: gründlich lüften, möglichst mit Durchzug.
  • Wärmequellen reduzieren: Geräte ganz ausschalten, weniger kochen und backen, LED statt Glühlampen.
  • Ein kühles Zimmer: Wenn möglich, im kühlsten Raum schlafen, oft auf der Nordseite oder in einem unteren Stockwerk.

Dich selbst schützen

  • Trinken, regelmäßig und über den Tag verteilt, auch ohne Durst. Keinen Alkohol, wenig Koffein.
  • Leicht essen: Obst, Gemüse, Salat, kalte Suppen. Lebensmittel nicht lange ungekühlt stehen lassen.
  • Mittags drinnen bleiben, zwischen etwa 11 und 18 Uhr Anstrengung vermeiden. Einkäufe und Sport früh morgens oder abends.
  • Leichte, helle, weite Kleidung, draußen Kopfbedeckung und Sonnencreme.
  • Abkühlen: lauwarm duschen, feuchte Tücher auf Nacken und Unterarme, Füße ins kühle Wasser.
  • Nie Kinder oder Tiere im Auto lassen, auch nicht kurz. Das Innere heizt sich in Minuten stark auf.

Nach anderen sehen

Ruf ältere Angehörige und Nachbarn an oder schau bei ihnen vorbei, am besten täglich. Achte darauf, ob sie genug trinken und die Wohnung kühl halten.

Warnzeichen

HitzeerschöpfungHitzschlag (Notfall!)
Starkes Schwitzen, Schwäche, SchwindelHeiße, oft trockene Haut
Kopfschmerzen, ÜbelkeitVerwirrtheit, Benommenheit, Krampfanfälle
MuskelkrämpfeBewusstlosigkeit
Was tun: an einen kühlen Ort, hinlegen, trinken, kühlenWas tun: sofort 112 wählen, die Person kühlen, bis Hilfe kommt

Checkliste für den Sommer

  • Hitzewarnungen in der Warn-App aktivieren
  • Verdunkelung für die Fenster (Rollläden, Vorhänge, Reflexionsfolie)
  • Ventilator
  • Ausreichend Getränke im Haus, siehe Wasservorrat
  • Thermometer für die Wohnung
  • Medikamente kühl lagern, mit der Ärztin oder dem Arzt die Einnahme bei Hitze besprechen
  • Eine Liste der Menschen, nach denen du schauen willst

Bei langer Hitze ist das Stromnetz stark belastet; wie du dich auf einen Ausfall vorbereitest, steht im Ratgeber Stromausfall: was tun?.

Häufige Fragen

Wie viel sollte ich bei Hitze trinken?

Mehr als sonst, über den Tag verteilt, auch wenn du keinen Durst hast. Wasser, ungesüßter Tee und Saftschorlen sind ideal. Wer wegen einer Herz- oder Nierenerkrankung weniger trinken darf, sollte mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen, was bei Hitze gilt.

Hilft ein Ventilator?

Er sorgt für Verdunstungskühle auf der Haut und macht die Hitze erträglicher. Bei sehr hohen Temperaturen kühlt er aber kaum noch. Dann helfen eher lauwarme Duschen, feuchte Tücher und ein kühlerer Raum.

Wo sehe ich Hitzewarnungen?

In Deutschland gibt der Deutsche Wetterdienst Hitzewarnungen heraus, auch über die Warn-App NINA und die DWD-App. In Österreich warnt GeoSphere Austria, in der Schweiz MeteoSchweiz.

Quellen und weiterführende Links

Preper dient der allgemeinen Information und ersetzt weder die Anweisungen der Behörden noch ärztlichen Rat. Im Notfall wähle 112 (in der Schweiz auch 144, 117 oder 118).