Lebensmittel

Lebensmittelvorrat für den Notfall: die Liste haltbarer Lebensmittel

Welche haltbaren Lebensmittel in den Notvorrat gehören, wie viel du für 10 Tage brauchst, wie du ohne Kühlschrank und Herd auskommst und wie der „lebende Vorrat“ funktioniert. Nach den Empfehlungen von BBK und BLE.

Aktualisiert am , 3 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • Ziel nach BBK: Selbstversorgung für möglichst 10 Tage. Schon 3 Tage helfen sehr.
  • Am besten geeignet: Lebensmittel, die nicht gekühlt und nicht gekocht werden müssen, oder nur kurz.
  • Kauf, was ihr ohnehin esst, und verbrauche es im Wechsel: Dann läuft nichts ab.
  • Den genauen Bedarf rechnet der Vorratsrechner aus.
Wie lange haltbare Lebensmittel halten
  1. Honig praktisch unbegrenzt
  2. Weißer Reis 2 Jahre–5 Jahre
  3. Fisch- und Fleischkonserven 2 Jahre–5 Jahre
  4. Getrocknete Bohnen und Linsen 2 Jahre–3 Jahre
  5. Nudeln 2 Jahre
  6. Milchpulver 1 Jahre–2 Jahre
  7. Zartbitterschokolade 1 Jahre–2 Jahre
  8. Trockenobst, Nüsse 6 Monate–1 Jahre
  9. Knäckebrot, Zwieback 6 Monate–1 Jahre
  10. H-Milch 6 Monate–9 Monate

Richtwerte für ungeöffnete Packungen, kühl und dunkel gelagert. Prüfe immer das Datum auf der Packung.

Hochwasser, starker Schneefall, eine Krankheit oder ein großflächiger Stromausfall, bei dem die Supermärkte geschlossen bleiben: Es gibt viele Gründe, warum du ein paar Tage nicht einkaufen kannst. Das BBK empfiehlt deshalb einen Vorrat, mit dem du dich möglichst zehn Tage selbst versorgen kannst. In Österreich rät der Zivilschutz sogar zu mindestens 14 Tagen.

Das klingt nach viel, ist aber vor allem eine Frage der Gewohnheit.

Drei Fragen vor dem Einkauf

  1. Muss es gekühlt werden? Bei Stromausfall fallen Kühlschrank und Gefriertruhe aus. Wähle Lebensmittel, die ohne Kühlung halten.
  2. Muss es gekocht werden? Wenn der Herd nicht geht, sind fertige Lebensmittel Gold wert. Alles andere sollte eine kurze Kochzeit haben, damit der Gaskocher lange reicht.
  3. Esst ihr das auch? Ein Vorrat, den niemand mag, wird nie verbraucht und läuft ab.

Die Liste

Fertig, ohne Kochen

  • Zwieback, Knäckebrot, Vollkornbrot in Dosen
  • Obst und Gemüse in Dosen oder Gläsern
  • Fisch- und Fleischkonserven (Thunfisch, Sardinen, Corned Beef)
  • Fertiggerichte in Dosen, die man notfalls kalt essen kann (Linseneintopf, Ravioli)
  • Trockenfleisch und Dauerwurst
  • Nüsse, Trockenobst, Müsliriegel
  • Erdnussbutter, Honig, Marmelade, Nuss-Nougat-Creme
  • Hartkäse am Stück (hält ungekühlt einige Tage), H-Milch, Milchpulver
  • Schokolade und Kekse für die Moral

Mit kurzer Kochzeit

  • Nudeln (am besten dünne mit kurzer Kochzeit), Reis, Couscous, Bulgur
  • Haferflocken (auch kalt mit Milch oder Wasser essbar)
  • Instant-Kartoffelpüree, Suppen und Brühe zum Anrühren
  • Linsen und Bohnen aus der Dose (getrocknete brauchen zu viel Energie zum Kochen)

Zum Würzen und Kochen

  • Salz, Zucker, Pfeffer, Gewürze
  • Speiseöl
  • Kaffee, Tee, Kakao

Nicht vergessen

  • Babynahrung und Spezialkost, falls nötig
  • Tierfutter für die gleiche Zeit
  • Dosenöffner von Hand
  • Campingkocher mit Gaskartuschen (nur im Freien oder auf dem Balkon benutzen)

Einmaliger oder lebender Vorrat?

Das BBK beschreibt zwei Wege:

Einmaliger VorratLebender Vorrat
Einmal einen größeren Vorrat kaufenBei jedem Einkauf etwas mehr mitnehmen, zum Beispiel ein, zwei Packungen Nudeln
Einmal im Jahr zu einem festen Datum das Haltbarkeitsdatum prüfenIm Alltag verbrauchen, was zuerst abläuft
Abgelaufenes ersetzenVerbrauchtes beim nächsten Einkauf nachkaufen

Der lebende Vorrat ist für die meisten Familien einfacher: Er entsteht nebenbei, und nichts wird weggeworfen. Neue Ware kommt nach hinten ins Regal, alte nach vorn.

Wie lange hält was?

Die Grafik oben zeigt Richtwerte für ungeöffnete Packungen. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum: Viele Lebensmittel sind danach noch gut, wenn Verpackung, Geruch und Aussehen in Ordnung sind. Aufgeblähte oder rostige Dosen gehören in den Müll.

Lagerung

  • Kühl, trocken und dunkel, zum Beispiel in einer Speisekammer oder einem Kellerregal.
  • Mehl, Reis und Haferflocken in dicht schließenden Dosen gegen Feuchtigkeit und Schädlinge.
  • Einen Teil in der Wohnung lagern, nicht alles im Keller.

Dazu gehört ein Wasservorrat: Ohne Wasser nützt das beste Essen wenig. Und wie du ohne Strom kochst und den Kühlschrank richtig leerst, steht im Ratgeber Stromausfall: was tun?.

Häufige Fragen

Wie viel Essen brauche ich für 10 Tage?

Ein Erwachsener braucht grob 2.000 bis 2.500 kcal am Tag. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) bietet auf ernaehrungsvorsorge.de Beispielvorräte und einen Vorratskalkulator, der die Mengen nach Personen und Tagen ausrechnet.

Brauche ich spezielle Notnahrung?

Nein. Gefriergetrocknete Notnahrung hält sehr lange, ist aber teuer. Für die meisten Haushalte ist ein Vorrat aus normalen Supermarkt-Lebensmitteln besser, weil du ihn im Alltag verbrauchst und er nie abläuft.

Was ist mit Babynahrung und besonderen Diäten?

Plane sie gezielt ein: Säuglingsnahrung, glutenfreie oder laktosefreie Produkte, Diabetiker-Lebensmittel. Im Notfall sind sie in Geschäften oft als Erstes vergriffen.

Quellen und weiterführende Links

Preper dient der allgemeinen Information und ersetzt weder die Anweisungen der Behörden noch ärztlichen Rat. Im Notfall wähle 112 (in der Schweiz auch 144, 117 oder 118).