Wiederbelebung und Defibrillator (AED): Prüfen, Rufen, Drücken
Was du tust, wenn jemand zusammenbricht und nicht normal atmet: prüfen, 112 rufen, fest und schnell in der Mitte der Brust drücken, einen Defibrillator (AED) holen lassen. Schritt für Schritt erklärt.
Kurz gesagt
- Prüfen: Reagiert die Person nicht und atmet sie nicht normal, ist es ein Herz-Kreislauf-Stillstand.
- Rufen: 112 wählen, Lautsprecher an. Jemanden losschicken, einen Defibrillator (AED) zu holen.
- Drücken: in der Mitte der Brust, 5 bis 6 cm tief, 100- bis 120-mal pro Minute, ohne Pause, bis Hilfe kommt.
- Du kannst nichts falsch machen, außer nichts zu tun. Ein AED sagt dir per Sprachansage jeden Schritt.
Jedes Jahr erleiden in Deutschland Zehntausende Menschen außerhalb des Krankenhauses einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand, die meisten zu Hause, vor den Augen von Angehörigen. Ohne Hilfe sinkt die Überlebenschance mit jeder Minute deutlich. Bis der Rettungsdienst kommt, vergehen oft mehrere Minuten. In dieser Zeit entscheidet sich, ob jemand überlebt, und es kommt auf dich an.
Die Kampagne der Anästhesisten und des German Resuscitation Council fasst alles in drei Worten zusammen: Prüfen. Rufen. Drücken.
1. Prüfen
- Ansprechen und anfassen: Laut fragen „Hallo, hören Sie mich?“, an den Schultern rütteln.
- Atmung prüfen: Kopf leicht nach hinten neigen, Kinn anheben, bis zu 10 Sekunden schauen, hören, fühlen. Schnappatmung (seltene, unregelmäßige Atemzüge) ist keine normale Atmung.
Reagiert die Person nicht und atmet nicht normal: Es ist ein Herz-Kreislauf-Stillstand.
2. Rufen
- 112 wählen oder wählen lassen, Handy auf Lautsprecher. Die Leitstelle leitet dich durch die Wiederbelebung.
- Einen Defibrillator (AED) holen lassen, wenn einer in der Nähe ist. Schick eine konkrete Person los: „Sie im blauen Pullover, holen Sie bitte den Defibrillator!“
3. Drücken
- Person auf den Rücken auf eine harte Unterlage legen, Oberkörper freimachen.
- Handballen in die Mitte der Brust (unteres Drittel des Brustbeins), die zweite Hand darauf.
- Arme gestreckt, senkrecht von oben 5 bis 6 cm tief drücken.
- 100- bis 120-mal pro Minute, im Takt von Liedern wie „Stayin’ Alive“.
- Nach jedem Drücken die Brust ganz entlasten.
- Nicht aufhören, bis der Rettungsdienst übernimmt, die Person wieder normal atmet oder du nicht mehr kannst. Wenn andere da sind, alle zwei Minuten abwechseln.
Wer es gelernt hat, beatmet nach je 30 Kompressionen zweimal.
Der Defibrillator (AED)
- Einschalten und den Sprachanweisungen folgen.
- Elektroden aufkleben, wie auf den Bildern gezeigt (rechts unter dem Schlüsselbein, links seitlich unter der Achsel).
- Analyse: Niemand berührt die Person.
- Schock auslösen, wenn das Gerät es sagt, und sofort weiterdrücken.
Ein AED gibt nur einen Schock ab, wenn er nötig ist. Du kannst nichts falsch machen.
Bei Kindern
Die gleichen Schritte mit Anpassungen: zuerst 5-mal beatmen, dann 15-mal drücken und 2-mal beatmen. Bei Säuglingen mit zwei Fingern, bei Kindern mit einem Handballen, etwa ein Drittel der Brustkorbtiefe. Ein Kurs für Erste Hilfe am Kind lohnt sich für alle Eltern.
Lernen, bevor es darauf ankommt
Ein Erste-Hilfe-Kurs dauert einen Tag und wird unter anderem vom Roten Kreuz, den Johannitern, den Maltesern und dem Arbeiter-Samariter-Bund angeboten, in Österreich und der Schweiz ebenfalls vom Roten Kreuz und den Samaritern. Frisch dein Wissen alle zwei bis drei Jahre auf.
Was in die Hausapotheke gehört, steht in unserer Checkliste.
Häufige Fragen
Muss ich beatmen?
Wenn du es gelernt hast und dich traust: 30-mal drücken, 2-mal beatmen. Wenn nicht, ist reine Herzdruckmassage ohne Beatmung viel besser als nichts. Bei Kindern und Ertrunkenen ist die Beatmung besonders wichtig.
Kann ich mit dem Defibrillator jemandem schaden?
Nein. Ein AED analysiert den Herzrhythmus selbst und gibt nur dann einen Schock ab, wenn er nötig ist. Er sagt dir per Sprachansage jeden Schritt. Defibrillatoren hängen in vielen Bahnhöfen, Einkaufszentren, Sporthallen und Behörden.
Kann ich rechtlich belangt werden, wenn etwas schiefgeht?
Wer in einer Notlage nach bestem Wissen hilft, muss in Deutschland, Österreich und der Schweiz in aller Regel keine Folgen befürchten. Strafbar kann dagegen sein, gar nicht zu helfen (unterlassene Hilfeleistung).
Quellen und weiterführende Links
Preper dient der allgemeinen Information und ersetzt weder die Anweisungen der Behörden noch ärztlichen Rat. Im Notfall wähle 112 (in der Schweiz auch 144, 117 oder 118).