Gesundheit

Stress und Angst in Krisenzeiten: was hilft, dir und deiner Familie

Wie du mit Sorgen, Angst und Stress in einer Krise oder nach einem belastenden Ereignis umgehst, wie du mit Kindern darüber sprichst, wann du Hilfe holen solltest und wo es sie gibt (Telefonseelsorge 0800 111 0 111, 142, 143).

Aktualisiert am , 2 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • Angst und Stress in einer Krise sind normale Reaktionen auf eine unnormale Situation.
  • Was hilft: Routine, Schlaf, Bewegung, Kontakt zu anderen, Nachrichten dosieren und etwas Konkretes tun.
  • Kinder brauchen ehrliche, altersgerechte Antworten und das Gefühl, dass die Erwachsenen sich kümmern.
  • Telefonseelsorge rund um die Uhr: Deutschland 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222, Österreich 142, Schweiz 143.

Krieg in Europa, Hochwasser, Stromausfälle, Pandemie: Viele Menschen machen sich Sorgen, und wer ein belastendes Ereignis erlebt, reagiert oft mit Angst, Schlafproblemen oder Gereiztheit. Das ist menschlich. Es gibt aber Dinge, die helfen.

Typische Reaktionen

  • Unruhe, Nervosität, Herzklopfen
  • Schlafprobleme, Albträume
  • Grübeln, Konzentrationsprobleme
  • Gereiztheit, Rückzug
  • Körperliche Beschwerden: Kopf- oder Bauchschmerzen

Nach einem belastenden Ereignis lassen diese Reaktionen bei den meisten Menschen nach einigen Tagen bis Wochen nach.

Was hilft

  • Etwas Konkretes tun: Ein Notvorrat oder ein Notfallplan gibt das Gefühl, nicht ausgeliefert zu sein.
  • Nachrichten dosieren: zwei-, dreimal am Tag aus verlässlichen Quellen, nicht ständig scrollen. Vor dem Schlafen keine Nachrichten.
  • Routine: feste Zeiten für Aufstehen, Essen, Schlafen, auch in einer Krise.
  • Bewegung: ein Spaziergang, Treppensteigen, ein paar Übungen.
  • Atmen: langsam durch die Nase ein (4 Sekunden), kurz halten, langsam durch den Mund aus (6 Sekunden), einige Minuten lang.
  • Kontakt: mit Familie, Freunden, Nachbarn sprechen. Anderen zu helfen, hilft auch einem selbst.
  • Weniger Alkohol und Koffein.

Mit Kindern sprechen

  • Fragen ernst nehmen und ehrlich, aber altersgerecht antworten. Kinder spüren, wenn etwas verschwiegen wird.
  • Sicherheit vermitteln: „Wir haben einen Plan, und wir kümmern uns.“
  • Nachrichten im Fernsehen mit kleinen Kindern meiden oder gemeinsam einordnen.
  • Mitmachen lassen: Kinder können ihren eigenen kleinen Rucksack packen oder beim Vorrat helfen. Mehr unter den Ratgebern für Familien.
  • Routinen beibehalten: Schule, Spielen, Gute-Nacht-Geschichte.

Wann du Hilfe holen solltest

  • Die Beschwerden halten über Wochen an oder werden schlimmer.
  • Du kannst den Alltag nicht mehr bewältigen.
  • Du trinkst mehr oder nimmst Medikamente, um zurechtzukommen.
  • Du hast Gedanken, nicht mehr leben zu wollen.

Wo es Hilfe gibt

LandTelefonseelsorge (rund um die Uhr, kostenlos, anonym)
Deutschland0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123
Österreich142
Schweiz143 (Die Dargebotene Hand)

Weitere Ansprechpartner: Hausarztpraxis, psychologische Beratungsstellen, in Deutschland der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. In akuter Gefahr: 112.

Häufige Fragen

Ist Vorsorge nicht selbst ein Grund für Angst?

Bei den meisten Menschen ist es umgekehrt: Wer vorbereitet ist, fühlt sich sicherer, weil er weiß, was zu tun ist. Wenn dich das Thema aber stark belastet oder du an nichts anderes mehr denken kannst, ist eine Pause sinnvoll, und es kann helfen, mit jemandem darüber zu sprechen.

Wann sollte ich professionelle Hilfe suchen?

Wenn Schlafstörungen, Angst, Grübeln oder Niedergeschlagenheit über Wochen anhalten, den Alltag stark beeinträchtigen, oder wenn du an Suizid denkst. Erste Ansprechpartner sind die Hausarztpraxis, die Telefonseelsorge und in Deutschland der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. In akuter Gefahr: 112.

Quellen und weiterführende Links

Preper dient der allgemeinen Information und ersetzt weder die Anweisungen der Behörden noch ärztlichen Rat. Im Notfall wähle 112 (in der Schweiz auch 144, 117 oder 118).