Gesundheit

Unterkühlung und Erfrierungen: erkennen, helfen, vorbeugen

Woran du eine Unterkühlung und Erfrierungen erkennst, was du sofort tust (und was nicht), wer besonders gefährdet ist und wie du dich bei Kälte, Stromausfall und im Freien schützt.

Aktualisiert am , 2 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • Unterkühlung beginnt mit Kältezittern; Verwirrtheit, Müdigkeit und aufhörendes Zittern sind Alarmzeichen.
  • Helfen: ins Warme, nasse Kleidung aus, in Decken hüllen, warme süße Getränke nur bei klarem Bewusstsein, 112.
  • Erfrierungen langsam mit Körperwärme aufwärmen, nicht reiben, nicht mit heißem Wasser.
  • Unterkühlung droht auch bei Plusgraden, wenn man nass ist, Wind weht oder man lange still sitzt.

Kälte ist tückisch: Wer unterkühlt, merkt es oft selbst nicht mehr, weil das Denken langsamer wird. Deshalb ist es wichtig, die Zeichen bei anderen zu erkennen.

Unterkühlung erkennen

StadiumZeichen
LeichtStarkes Kältezittern, blasse kalte Haut, schnelle Atmung
MittelZittern lässt nach, Verwirrtheit, Müdigkeit, undeutliche Sprache, ungeschickte Bewegungen
SchwerKein Zittern mehr, Bewusstlosigkeit, kaum tastbarer Puls, langsame Atmung

Was du tust

  1. Aus der Kälte in einen warmen Raum oder windgeschützten Ort.
  2. Nasse Kleidung ausziehen, trockene anziehen oder in Decken hüllen, auch den Kopf.
  3. Warme, süße Getränke (Tee mit Zucker), nur wenn die Person wach und klar ist und schlucken kann.
  4. Langsam aufwärmen: Decken, Körperwärme, eine Wärmflasche an den Rumpf (nicht direkt auf die Haut).
  5. Möglichst wenig bewegen bei mittlerer und schwerer Unterkühlung: Kaltes Blut aus Armen und Beinen kann das Herz belasten.
  6. 112 bei mittlerer oder schwerer Unterkühlung. Bei Bewusstlosigkeit Atmung prüfen und gegebenenfalls wiederbeleben.

Nicht: Arme und Beine reiben, heiß baden, Alkohol geben.

Erfrierungen

Betroffen sind meist Finger, Zehen, Ohren, Nase und Wangen.

  • Zeichen: erst kribbelnd und schmerzend, dann gefühllos, die Haut weiß oder grau-gelb und hart; später Blasen.
  • Helfen: ins Warme, die betroffene Stelle langsam mit Körperwärme aufwärmen (etwa die Hände in den Achseln), locker und steril abdecken.
  • Nicht: reiben, mit Schnee einreiben, heißes Wasser, Blasen öffnen.
  • Ärztlich behandeln lassen, bei größeren Flächen 112.

Wer besonders gefährdet ist

  • Ältere Menschen, vor allem allein lebende
  • Babys und kleine Kinder
  • Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes
  • Menschen ohne Obdach
  • Wer nass ist, erschöpft, unter Alkohol steht oder lange still sitzt (etwa im liegengebliebenen Auto)

Vorbeugen

  • Zwiebelprinzip: mehrere Schichten, außen wind- und wasserdicht.
  • Mütze, Handschuhe, warme Socken.
  • Trocken bleiben, nasse Kleidung schnell wechseln.
  • Essen und trinken: Der Körper braucht Energie für Wärme.
  • Bei Stromausfall im Winter: einen Raum warm halten, siehe Heizen ohne Strom.
  • Nach älteren Nachbarn sehen.

Mehr zum Winter: Schnee und extreme Kälte.

Häufige Fragen

Kann man sich drinnen unterkühlen?

Ja, besonders ältere Menschen in schlecht geheizten Wohnungen, etwa bei einem Stromausfall im Winter. Raumtemperaturen unter etwa 16 °C über längere Zeit sind für sie riskant.

Hilft Alkohol gegen Kälte?

Nein. Alkohol erweitert die Blutgefäße in der Haut: Es fühlt sich kurz warm an, der Körper verliert aber schneller Wärme. Außerdem dämpft er die Wahrnehmung von Kälte.

Quellen und weiterführende Links

Preper dient der allgemeinen Information und ersetzt weder die Anweisungen der Behörden noch ärztlichen Rat. Im Notfall wähle 112 (in der Schweiz auch 144, 117 oder 118).