Notfälle

Evakuierung in 15 Minuten: was du mitnimmst und was du erledigst

Was zu tun ist, wenn Behörden deinen Straßenzug evakuieren, etwa wegen Hochwasser, einer Bombenentschärfung oder eines Brandes: die Checkliste für 15 Minuten, was du mitnimmst, was du abschaltest und wohin du gehst.

Aktualisiert am , 2 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • Evakuierungen sind in Deutschland häufiger, als man denkt: Bei Bombenfunden aus dem Zweiten Weltkrieg werden jedes Jahr ganze Stadtviertel geräumt.
  • Mit gepacktem Notgepäck reichen 15 Minuten: Menschen, Medikamente, Dokumente, Handy, dann Haus sichern.
  • Strom und Gas nur abschalten, wenn die Behörden es sagen oder Wasser eindringt. Türen schließen.
  • Den Anweisungen folgen: Wohin es geht, sagen Lautsprecherwagen, Radio, Warn-App und Website der Stadt.

„Bitte verlassen Sie umgehend Ihre Wohnung.“ Diese Durchsage hören in Deutschland jedes Jahr Zehntausende, meist wegen Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg, aber auch bei Hochwasser, Großbränden oder Gasaustritten. Oft bleiben nur Minuten. Mit dieser Liste behältst du den Überblick.

Minute 0 bis 5: Menschen und das Wichtigste

  • Alle zusammenholen: Kinder, ältere Angehörige, Haustiere
  • Notfallrucksack schnappen, falls gepackt
  • Medikamente für mehrere Tage, Brille, Hörgeräte
  • Dokumentenmappe, Geldbeutel, Bargeld, Schlüssel
  • Handy, Ladekabel, Powerbank

Minute 5 bis 10: Was sonst noch mit muss

  • Wetterfeste Kleidung und feste Schuhe, für alle
  • Wasser und Snacks, besonders für Kinder
  • Babybedarf: Nahrung, Windeln, Fläschchen
  • Für Haustiere: Transportbox, Leine, Futter, Impfpass
  • Laptop, wenn du ihn zum Arbeiten brauchst, und wichtige Datenträger
  • Ein Buch oder Spiel für Kinder: Evakuierungen dauern oft Stunden

Minute 10 bis 15: Wohnung sichern

  • Fenster schließen, Rollläden runter
  • Herd, Bügeleisen, Kerzen aus
  • Strom und Gas abschalten, wenn die Behörden das anordnen oder Wasser eindringt
  • Kühlschrank leeren, wenn es länger dauern könnte (bei Hochwasser)
  • Tür abschließen
  • Nachbarn Bescheid geben, besonders älteren

Unterwegs

  • Den Anweisungen folgen: Lautsprecherdurchsagen, Radio, Warn-App, Website der Stadt. Sie nennen die Absperrzone und Anlaufstellen.
  • Vorgegebene Wege nehmen, keine Abkürzungen durch das Sperrgebiet.
  • Kontaktperson informieren, wo du hingehst, siehe Notfallplan für die Familie.
  • Wenn du kein Ziel hast: Die Stadt richtet Betreuungsstellen ein, oft in Schulen oder Turnhallen.

Zurück nach Hause

Erst, wenn die Behörden die Zone freigeben. Nach Hochwasser oder Brand: Strom und Gas von Fachleuten prüfen lassen, Schäden fotografieren und die Versicherung informieren.

Damit es nächstes Mal schneller geht

Pack den Rucksack jetzt und stell ihn an die Tür. Leg die Dokumentenmappe daneben. Dann brauchst du im Ernstfall nicht 15, sondern 5 Minuten. Die Liste gibt es auch zum Ausdrucken.

Häufige Fragen

Muss ich bei einer Evakuierung mitgehen?

Bei einer behördlich angeordneten Räumung ja. Sie wird nicht leichtfertig angeordnet. Wer bleibt, gefährdet sich und die Rettungskräfte, die später nach ihm suchen müssen.

Kann ich mein Haustier mitnehmen?

In der Regel ja. Notunterkünfte nehmen nicht immer Tiere auf; frag nach oder plane eine Unterbringung bei Freunden. Nimm Transportbox, Leine, Futter und Impfpass mit.

Was, wenn ich nicht selbst gehen kann?

Sag den Einsatzkräften oder der Leitstelle (über 112) Bescheid, dass du Hilfe brauchst. Menschen, die gepflegt werden oder mobil eingeschränkt sind, sollten vorher mit Nachbarn und Angehörigen absprechen, wer hilft.

Quellen und weiterführende Links

Preper dient der allgemeinen Information und ersetzt weder die Anweisungen der Behörden noch ärztlichen Rat. Im Notfall wähle 112 (in der Schweiz auch 144, 117 oder 118).