Notgepäck

Kinder im Notfall: vorbereiten, ohne Angst zu machen

Wie du Kinder altersgerecht auf Notfälle vorbereitest: was sie wissen sollten (112, Adresse, Treffpunkt), ein eigener kleiner Rucksack, Absprachen mit Schule und Kita, wie du mit ihnen über Krisen sprichst.

Aktualisiert am , 2 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • Kinder sollten früh lernen: 112 wählen, ihren Namen und ihre Adresse sagen, den Treffpunkt der Familie kennen.
  • Ein eigener kleiner Rucksack mit Trinkflasche, Snacks, Kuscheltier und einem Zettel mit Kontakten gibt Sicherheit.
  • Mit Schule und Kita klären, was im Notfall passiert und wer die Kinder abholen darf.
  • Ehrlich und ruhig erklären, Fragen beantworten, Routinen beibehalten.

Kinder merken, wenn Erwachsene sich Sorgen machen. Gut vorbereitet zu sein heißt auch, Kinder einzubeziehen: Wer weiß, was zu tun ist, hat weniger Angst. Das BBK bietet eigens Material für Kinder an.

Was Kinder wissen sollten

AlterWas sie lernen können
Ab 3–4 JahrenDen eigenen vollen Namen und die Namen der Eltern, „112 hilft“
Ab 5–6 Jahren112 wählen, Adresse sagen, Treffpunkt vor dem Haus
Ab 8–10 JahrenTelefonnummer eines Elternteils auswendig, Sirenensignale, was im Notfallrucksack ist
TeenagerErste Hilfe, Familienplan, Warn-App, Gas, Wasser und Strom abschalten

Ein eigener Rucksack

Kinder tragen gern „ihren“ Rucksack. Darin:

  • Trinkflasche und Snacks
  • Wechselkleidung, Regenjacke
  • Kleine Taschenlampe, Pfeife
  • Kuscheltier, kleines Spiel oder Buch
  • Zettel oder SOS-Kapsel mit Namen, Geburtsdatum, Adresse und Telefonnummern der Eltern (das BBK empfiehlt einen Brustbeutel oder eine SOS-Kapsel)

Den Rest tragen die Erwachsenen im Notfallrucksack.

Schule und Kita

  • Was passiert im Notfall? Wird evakuiert? Bleiben die Kinder im Gebäude?
  • Wer darf abholen? Eine zweite Person eintragen lassen.
  • Kontaktdaten aktuell halten.
  • Den Kindern sagen: „Wenn etwas passiert, bleibst du bei deiner Lehrerin, bis wir oder Oma dich holen.“

Darüber sprechen

  • Ruhig und ehrlich, altersgerecht, ohne Details, die Angst machen.
  • Fragen ernst nehmen. „Ich weiß es nicht, aber ich finde es heraus“ ist eine gute Antwort.
  • Betonen, was ihr tut: „Wir haben Wasser, Taschenlampen und einen Plan.“
  • Spielerisch üben: Taschenlampen-Abend ohne Strom, Treffpunkt suchen, 112 üben (am ausgeschalteten Handy).

Mehr dazu: Stress und Angst in der Krise.

Im Ernstfall

  • Zusammenbleiben und Kinder an der Hand halten.
  • Routinen so gut wie möglich beibehalten: Essen, Schlafen, Vorlesen.
  • Beschäftigung: Spiele, Malsachen, Bücher, die kein Strom brauchen.
  • Kinder kleine Aufgaben übernehmen lassen: Taschenlampen verteilen, Wasser holen.

Für Babys gibt es eine eigene Liste: Notfallset für Babys.

Häufige Fragen

Ab welchem Alter kann ein Kind den Notruf wählen?

Schon Kinder im Kindergartenalter können lernen, 112 zu wählen und zu sagen, was passiert ist. Übt es spielerisch mit einem ausgeschalteten Telefon.

Wie spreche ich mit Kindern über Krieg oder Katastrophen in den Nachrichten?

Frag zuerst, was sie gehört haben. Antworte ehrlich, aber kurz und altersgerecht, ohne Details, die Angst machen. Betone, was Erwachsene tun, um sie zu schützen. Kleine Kinder sollten keine Bilder von Gewalt oder Zerstörung sehen.

Quellen und weiterführende Links

Preper dient der allgemeinen Information und ersetzt weder die Anweisungen der Behörden noch ärztlichen Rat. Im Notfall wähle 112 (in der Schweiz auch 144, 117 oder 118).