Bargeld im Notfall: wie viel du zu Hause haben solltest
Warum bei Stromausfall, Cyberangriff oder Netzstörung Kartenzahlung und Geldautomaten ausfallen, wie viel Bargeld sinnvoll ist, in welcher Stückelung und wie du es sicher aufbewahrst.
Kurz gesagt
- Bei Stromausfall funktionieren Kartenterminals und Geldautomaten nicht. Das BBK rät deshalb, Bargeld zur Verfügung zu haben.
- Als Orientierung: genug für Lebensmittel, Medikamente und Tanken über mehrere Tage, für viele Haushalte einige Hundert Euro oder Franken.
- Kleine Scheine und Münzen: Im Notfall kann oft niemand herausgeben.
- Getrennt aufbewahren, nicht alles an einem Ort, und nicht im Keller.
Wir zahlen immer öfter mit Karte oder Handy. Das ist bequem, bis der Strom ausfällt, ein Cyberangriff die Zahlungsdienstleister lahmlegt oder das Netz gestört ist. Dann helfen nur Scheine und Münzen.
Wann elektronisches Bezahlen nicht funktioniert
- Stromausfall: Kartenterminals, Kassen und Geldautomaten fallen aus. Geschäfte, die Notstrom haben, nehmen oft nur noch Bargeld.
- Netzstörungen: Ohne Internet oder Mobilfunk können Terminals keine Zahlungen freigeben.
- IT-Störungen und Cyberangriffe bei Banken oder Zahlungsdienstleistern, wie sie in den letzten Jahren mehrfach vorkamen.
- Gesperrte oder verlorene Karte, etwa nach einer Evakuierung.
Wie viel?
Eine offizielle Summe gibt es nicht. Eine praktische Orientierung:
- Genug für Lebensmittel, Medikamente, Tanken und Kleinigkeiten über mehrere Tage.
- Für viele Haushalte heißt das einige Hundert Euro oder Franken, für Familien eher mehr.
- Dazu ein kleiner Betrag im Notfallrucksack.
Welche Stückelung?
Im Notfall kann oft niemand herausgeben. Deshalb:
- Vor allem 5-, 10- und 20-Euro-Scheine (in der Schweiz 10er- und 20er-Noten)
- Einige Münzen, etwa für Automaten oder Einkaufswagen
- Keine großen Scheine
Wie aufbewahren?
- An zwei, drei Orten verteilt, nicht alles an einer Stelle.
- Nicht im Keller (Hochwasser) und nicht an offensichtlichen Stellen.
- Wasserdicht verpackt, etwa in einem Gefrierbeutel.
- Die Familie (Erwachsene) sollte wissen, wo es ist.
- Prüf die Bargeldgrenze deiner Hausratversicherung.
Was sonst noch hilft
- Tank nie ganz leer fahren: Bei Stromausfall funktionieren Zapfsäulen meist nicht.
- Vorräte zu Hause, damit du gar nicht einkaufen musst: Wasser und Lebensmittel für bis zu 10 Tage.
- Eine zweite Karte einer anderen Bank: Wenn eine Bank Probleme hat, funktioniert vielleicht die andere.
- Wichtige Rechnungen und Verträge auf Papier in der Dokumentenmappe, siehe Wichtige Dokumente sichern.
Bargeld zu Hause ist kein Ersatz für Ersparnisse. Wie du eine finanzielle Reserve aufbaust, steht im Ratgeber Notgroschen und Budget.
Häufige Fragen
Ist es nicht riskant, Bargeld zu Hause zu haben?
Bei kleinen Beträgen ist das Risiko überschaubar, wenn du das Geld nicht offen herumliegen lässt und niemandem davon erzählst. Prüf, bis zu welchem Betrag deine Hausratversicherung Bargeld abdeckt; die Grenzen sind oft niedrig.
Verliert Bargeld nicht an Wert?
Ja, durch Inflation. Deshalb geht es nur um einen kleinen Betrag für Notfälle, nicht um Ersparnisse. Die gehören auf ein Konto.
Brauche ich Fremdwährung?
Für die Notfallvorsorge zu Hause nicht. Wer nahe an einer Grenze lebt oder oft reist, kann einen kleinen Betrag der Nachbarwährung im Notgepäck haben.
Quellen und weiterführende Links
Preper dient der allgemeinen Information und ersetzt weder die Anweisungen der Behörden noch ärztlichen Rat. Im Notfall wähle 112 (in der Schweiz auch 144, 117 oder 118).