Chemieunfall oder Großbrand mit Rauch: richtig verhalten und im Haus Schutz suchen
Was du tust, wenn nach einem Industrieunfall, einem Großbrand oder einem Gefahrgutunfall gefährliche Stoffe austreten: ins Gebäude, Fenster und Türen zu, Lüftung aus, informieren. Nach den Empfehlungen des BBK.
Kurz gesagt
- Bei einer Warnung vor Gasen, Dämpfen oder Rauch: in ein Gebäude gehen, Fenster und Türen schließen, Lüftung und Klimaanlage aus.
- Möglichst in obere Stockwerke: Die meisten Gase sind schwerer als Luft und sammeln sich am Boden.
- Treten Gase im Gebäude aus: das Gebäude verlassen, quer zur Windrichtung.
- Radio und Warn-App verfolgen und erst rausgehen, wenn Entwarnung gegeben wird.
Ein Brand in einer Fabrik oder einem Recyclinghof, ein umgekippter Gefahrguttransporter, ein Leck in einer Chemieanlage: Wenn gefährliche Stoffe austreten, warnen die Behörden meist mit Sirene, Cell Broadcast und Warn-App. Ob die Stoffe gefährlich sind, kann ein Laie in der Regel nicht erkennen. Deshalb gilt: Schutz suchen und informieren.
Bei einer Warnung im Freien
- Sofort in ein Gebäude gehen, auch fremde Menschen hineinlassen.
- Fenster und Türen schließen.
- Lüftung, Klimaanlage und Dunstabzugshaube ausschalten.
- In ein oberes Stockwerk gehen, wenn möglich: Die meisten Gase sind schwerer als Luft.
- Türen und Fenster abdichten, etwa mit nassen Tüchern.
- Radio, Warn-App oder Website der Behörden verfolgen.
- Drinnen bleiben, bis Entwarnung gegeben wird.
Wenn kein Gebäude in der Nähe ist, kannst du laut BBK auch im Auto Schutz finden: Fenster zu, Lüftung und Klimaanlage aus.
Wenn Gase im Gebäude austreten
Dann gilt das Gegenteil: das Gebäude verlassen, am besten quer zur Windrichtung, und 112 rufen. Bei Gasgeruch im Haushalt siehe Gasgeruch: was tun?.
Wenn du mit einem Stoff in Kontakt gekommen bist
- Verschmutzte Kleidung vorsichtig ausziehen und in einen Plastikbeutel stecken.
- Haut und Haare gründlich mit Wasser und Seife waschen, Augen mit viel Wasser spülen.
- Keine Lebensmittel essen, die draußen ungeschützt lagen.
- Bei Beschwerden wie Husten, Atemnot, Augenbrennen oder Übelkeit: 112.
Was nicht hilft
- Hinausgehen, um zu schauen oder zu fotografieren.
- Kinder aus Schule oder Kita holen: Dort sind sie in Gebäuden geschützt, die Einrichtung folgt den Anweisungen der Behörden.
- Den Notruf mit Fragen blockieren: Informationen kommen über Radio und Warn-Apps.
Vorsorge
- Notfallwarnungen im Handy aktivieren, Warn-App installieren, siehe Warnungen, Sirenen und Warn-Apps.
- Ein Batterieradio für den Fall, dass Strom und Netz ausfallen.
- Ein Wasser- und Lebensmittelvorrat, falls ihr länger drinnen bleiben müsst.
- Klebeband und Handtücher wissen, wo sie liegen.
- Wer in der Nähe eines Industriebetriebs wohnt, bekommt oft Informationsbroschüren nach der Störfall-Verordnung: aufheben und lesen.
Häufige Fragen
Wie dichte ich Fenster und Türen ab?
Mit nassen Handtüchern an den Türritzen und Klebeband an undichten Fenstern. Rollläden schließen hilft zusätzlich. Wichtiger als perfekte Abdichtung ist, dass Lüftung, Dunstabzug und Klimaanlage aus sind.
Was, wenn ich gerade im Auto bin?
Laut BBK kannst du auch im Auto Schutz finden: Fenster schließen, Lüftung und Klimaanlage aus. Das Radio einschalten und aus dem betroffenen Gebiet herausfahren, wenn das empfohlen wird.
Wen rufe ich bei Kontakt mit einem Gefahrstoff an?
Im Notfall die 112. Bei Fragen zu Vergiftungen helfen die Giftinformationszentren; die Nummer für deine Region findest du über deine Gemeinde oder die Übersicht des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. In Österreich gilt die Vergiftungsinformationszentrale, in der Schweiz Tox Info Suisse unter 145.
Quellen und weiterführende Links
Preper dient der allgemeinen Information und ersetzt weder die Anweisungen der Behörden noch ärztlichen Rat. Im Notfall wähle 112 (in der Schweiz auch 144, 117 oder 118).