Notgepäck

Notfallvorsorge für ältere Menschen und Menschen mit Behinderung

Was ältere Menschen, pflegebedürftige Menschen und Menschen mit Behinderung zusätzlich vorbereiten sollten: Unterstützernetz, Medikamente und Hilfsmittel, Strom für medizinische Geräte, Warnungen für Hör- und Sehbehinderte, Evakuierung. Nach den Empfehlungen des BBK.

Aktualisiert am , 2 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • Ein persönliches Unterstützernetz aus Nachbarn, Familie und Pflegedienst, das im Notfall nach dir sieht.
  • Medikamente, Hilfsmittel und Ersatzbatterien für mindestens zwei Wochen.
  • Für Geräte, die Strom brauchen (Sauerstoff, Beatmung, Rollstuhl), einen Notstromplan.
  • Warnungen auf mehreren Wegen: Cell Broadcast, Warn-App mit Vibration und Lichtsignal, Nachbarn.

Bei Hitzewellen, Stromausfällen und Hochwasser sind ältere und pflegebedürftige Menschen besonders gefährdet. Das BBK hat dafür eigene Empfehlungen. Der wichtigste Schritt ist oft nicht die Ausrüstung, sondern ein Netz aus Menschen, die nach dir sehen.

1. Ein Unterstützernetz

  • Mindestens zwei, drei Personen in der Nähe (Nachbarn, Familie, Freunde), die im Notfall nach dir sehen.
  • Ihnen sagen, wo Medikamente, Hilfsmittel und Notgepäck sind, und einen Schlüssel geben.
  • Pflegedienst und Hausarzt einbeziehen: Was passiert bei einem Stromausfall oder einer Evakuierung?

2. Medikamente und Hilfsmittel

  • Medikamente für mindestens zwei Wochen, siehe Medikamentenvorrat
  • Aktueller Medikationsplan und Arztbriefe
  • Ersatzbrille, Hörgeräte und Ersatzbatterien
  • Inkontinenzmaterial, Verbandsmaterial, Teststreifen
  • Gehhilfe, Rollator, faltbarer Rollstuhl, falls nötig

3. Strom für medizinische Geräte

Sauerstoffkonzentrator, Beatmung, CPAP, Ernährungspumpe, elektrischer Rollstuhl, Pflegebett:

  • Akkulaufzeit kennen, Ersatzakkus bereithalten.
  • Mit Lieferant und Arzt einen Notfallplan besprechen.
  • Eine Powerstation passender Größe in Betracht ziehen.
  • Den Netzbetreiber informieren. Mehr unter Medizinische Geräte zu Hause.

4. Warnungen erreichen dich

  • Cell Broadcast im Handy aktiviert, eine Warn-App mit großer Schrift und Vibration.
  • Für Gehörlose: Rauchmelder mit Blitzlicht und Rüttelkissen.
  • Für Blinde und Sehbehinderte: Radio, Sprachausgabe am Handy.
  • Nachbarn bitten, dich bei Sirenen oder Durchsagen zu informieren.

5. Evakuierung planen

  • Wer hilft dir, die Wohnung zu verlassen, auch wenn der Aufzug nicht geht?
  • Wohin? Familie, Freunde, Einrichtung.
  • Eine Notfallmappe mit Medikamentenplan, Diagnosen, Kontakten, Versichertenkarte, Patientenverfügung.
  • Bei Bedarf über 112 Hilfe anfordern.

6. Der Alltag in der Krise

  • Hitze: kühlen Raum, regelmäßig trinken, siehe Hitzewelle: was tun?.
  • Kälte bei Stromausfall: ein warmer Raum, Decken, siehe Heizen ohne Strom.
  • Vorräte auch in kleinen Mengen, leicht zu öffnen (Dosen mit Ring, Flaschen statt Kanister).

Für Angehörige

Ruf bei Hitze, Kälte, Stromausfall oder Unwetter an oder schau vorbei, am besten täglich. Hilf beim Einrichten des Vorrats und prüf einmal im Jahr, ob alles da ist.

Häufige Fragen

Wer hilft bei einer Evakuierung, wenn ich nicht selbst gehen kann?

Sprich vorher mit Nachbarn, Angehörigen und dem Pflegedienst. Im Ernstfall die Leitstelle über 112 informieren, dass du Hilfe brauchst und wo du bist. Manche Gemeinden führen freiwillige Listen; frag bei deiner Stadt nach.

Wie bekomme ich Warnungen, wenn ich schwerhörig bin?

Cell Broadcast und Warn-Apps wie NINA zeigen Warnungen auf dem Display, oft mit Vibration. Rauchmelder mit Blitzlicht und Rüttelkissen gibt es für Gehörlose. Bitte Nachbarn, dich bei einem Alarm zu informieren.

Quellen und weiterführende Links

Preper dient der allgemeinen Information und ersetzt weder die Anweisungen der Behörden noch ärztlichen Rat. Im Notfall wähle 112 (in der Schweiz auch 144, 117 oder 118).