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Der Keller als Schutzraum: so richtest du ihn für einige Stunden oder Tage ein

Wie du Keller oder Kellerabteil zu einem Schutzort für Luftalarm, Sturm oder radioaktive Gefahr machst: was du bei Statik, Luft und Hochwasser prüfst, was hineingehört (Wasser, Licht, Toilette, Schlafplätze) und was du nie tust.

Aktualisiert am , 2 Min. Lesezeit

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Kurz gesagt

  • Ein von Erdreich umgebener Keller schützt gut vor Splittern, Sturm und teilweise vor Strahlung, aber nicht vor Hochwasser.
  • Prüf zuerst Bausubstanz, Lüftung, Ausgänge und ob er vollläuft.
  • Du brauchst Wasser, Licht, Radio, Erste-Hilfe-Set, Sitz- und Schlafplätze und eine Toilettenlösung für alle.
  • Nie Stromerzeuger, Grill oder Gaskocher im Keller: Kohlenmonoxid tötet in geschlossenen Räumen.

Ein echter Bunker kostet so viel wie eine Wohnung. Viele haben aber schon einen Raum, der gut vorbereitet überraschend gut schützt: den Keller im Haus oder das Kellerabteil im Mehrfamilienhaus. Weil er von Erdreich umgeben ist, schützt er vor Splittern, zerbrochenem Glas, Sturm und teilweise vor Strahlung.

Wann der Keller gut ist und wann nicht

GefahrKeller geeignet?
Luftalarm, Drohnen, RaketenJa, der beste Ort im Gebäude
Schweres Unwetter, TornadoJa
Radioaktiver NiederschlagJa, besonders in der Raummitte
ChemieunfallNein: viele Giftgase sind schwer und sinken nach unten. Nach oben gehen und einen Raum abdichten
Hochwasser, StarkregenNein: nach oben
ErdbebenNicht währenddessen; danach nur, wenn die Statik in Ordnung ist

Alles zum Luftalarm: Schutz bei Luftangriffen.

Zuerst prüfen

  • Bausubstanz: große Risse, Feuchtigkeit an Decke oder Trägern? Lass Fachleute draufschauen.
  • Zwei Ausgänge: die Tür und, wenn möglich, ein Kellerfenster oder eine zweite Treppe. Nichts davor lagern.
  • Luft: es braucht Lüftung. Ohne sie steigen CO₂ und Feuchte schnell, wenn mehrere Menschen unten sind.
  • Wasser: läuft er bei Starkregen voll? Dann alles in Regale, mindestens 30 cm über dem Boden. Siehe Keller vor Hochwasser schützen.
  • Haustechnik: weißt du, wo Haupthähne für Gas und Wasser und der Sicherungskasten sind? Keinen Brennstoff im Keller lagern.

Was in den Keller gehört

Pro Person:

  • Wasser: mindestens 2 Liter pro Tag für 1–3 Tage
  • Essen, das ohne Kochen geht
  • Sitz- und Schlafplatz: Matratze, Schlafsack oder Feldbett
  • Decke und warme Kleidung (Keller sind kühl)

Für alle:

  • Taschenlampen und LED-Leuchten mit Ersatzbatterien, keine Kerzen
  • Batterieradio, damit du weißt, wann Entwarnung ist
  • Powerbank fürs Handy
  • Erste-Hilfe-Set und wichtige Medikamente
  • Eimer mit Deckel, Beutel und Katzenstreu oder Sägespäne als Toilette, dazu Feuchttücher und Desinfektion
  • Müllbeutel
  • FFP2-Masken gegen Staub nach Explosionen, siehe Atemluft im Notfall
  • Spiele, Bücher, Kopfhörer für Kinder
  • Kleiner Feuerlöscher

Was du nie tust

  • Stromerzeuger, Grill, Gaskocher oder improvisierte Heizung im Keller: Kohlenmonoxid sammelt sich und kann in Minuten töten. Siehe Kohlenmonoxid-Vergiftung.
  • Ausgänge nicht zustellen.
  • Bei Hochwasser oder Gasgeruch nicht in den Keller.

Im Mehrfamilienhaus

Das Kellerabteil ist klein, aber der Kellerflur kann allen Bewohnern dienen. Sprich mit Hausverwaltung oder Nachbarn: Keller sauber, beleuchtet, Wege frei, Schlüssel griffbereit.

Kein Keller? Wähle einen innenliegenden Raum ohne Fenster in einem unteren Stockwerk: der sichere Raum.

Häufige Fragen

Gibt es in Deutschland noch öffentliche Schutzräume?

Nur noch wenige. Bund und Länder arbeiten an einem neuen Schutzraumkonzept; bis dahin empfiehlt das BBK, sich bei Luftalarm im Keller, in Tiefgaragen, U-Bahnhöfen oder innenliegenden Räumen zu schützen. Die App des BBK zeigt nach und nach öffentliche Schutzorte.

Was, wenn mein Keller vollläuft?

Dann ist er kein Schutzort bei Hochwasser oder Starkregen. Dabei gehst du nach oben, nicht nach unten. Den Keller nutzt du bei Luftalarm, Sturm oder Tornado.

Wie lange muss ich unten bleiben?

Bei Luftalarm meist Minuten bis wenige Stunden. Nach einem Atomunfall raten Behörden unter Umständen, ein bis zwei Tage drinnen zu bleiben. Richte den Keller für mindestens 24 Stunden ein.

Quellen und weiterführende Links

Preper dient der allgemeinen Information und ersetzt weder die Anweisungen der Behörden noch ärztlichen Rat. Im Notfall wähle 112 (in der Schweiz auch 144, 117 oder 118).