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Kommunikation im Katastrophenfall: wenn Handy und Internet ausfallen

Was du tust, wenn das Netz ausfällt oder überlastet ist: SMS, eine Kontaktperson in einer anderen Stadt, Radio für Nachrichten, PMR446 und CB für Familie und Nachbarn, Amateurfunk, Satellitenmessenger, Notfall-Infopunkte und Zettel am Treffpunkt.

Aktualisiert am , 2 Min. Lesezeit

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Kurz gesagt

  • In den ersten Stunden nach einer Katastrophe sind Mobilfunknetze überlastet: SMS kommen öfter durch als Anrufe.
  • Vereinbart eine Kontaktperson in einer anderen Stadt und einen Treffpunkt, damit ihr nicht vom Handy abhängt.
  • Ein Batterie- oder Kurbelradio bringt dir offizielle Informationen, wenn sonst nichts geht.
  • PMR446-Funkgeräte sind anmeldefrei und halten Familie oder Nachbarn auf kurze Distanz in Verbindung.

Nach einem schweren Unwetter oder bei einem großen Stromausfall telefonieren alle gleichzeitig. Das Netz ist überlastet oder fällt aus, die Akkus werden leer. Mit ein paar Vorbereitungen erfährst du trotzdem, was los ist, und erreichst deine Familie.

1. Das Handy klug nutzen

  • SMS statt Anruf: eine kurze Nachricht kommt eher durch und braucht weniger Akku.
  • Kurze Gespräche, nur für Notfälle; 112 nur im echten Notfall.
  • Akku sparen: Helligkeit runter, Energiesparmodus, unnötige Apps schließen. Halt eine Powerbank geladen.
  • WLAN: fällt das Mobilfunknetz aus, geht manchmal WLAN und umgekehrt. Messenger kommen oft durch, wenn Anrufe scheitern.

2. Eine Kontaktperson in einer anderen Stadt

Ist das Netz vor Ort überlastet, kommen Verbindungen in andere Regionen oft leichter durch. Bestimmt eine Person außerhalb, bei der sich jedes Familienmitglied meldet. Nummer auf Papier, im Portemonnaie und im Rucksack.

3. Treffpunkt und Zettel

Geht gar nichts, trefft euch am vorher vereinbarten Treffpunkt. Musst du weg, hinterlass einen Zettel an einer abgesprochenen Stelle (Tür, Briefkasten) mit Uhrzeit, Ziel und wie es dir geht. Mehr im Notfallplan der Familie.

4. Radio: erfahren, was los ist

Ein Batterie-, Kurbel- oder Solarradio empfängt Nachrichten und Behördendurchsagen auch ohne Strom und Internet. Bei Großschadenslagen senden die öffentlich-rechtlichen Sender Warnungen und Hinweise. Siehe Notfallradio.

5. Notfall-Infopunkte

Bei einem langen Stromausfall richten viele Gemeinden Anlaufstellen ein, oft in Feuerwehrhaus oder Rathaus. Dort gibt es Informationen, Hilfe und die Möglichkeit, einen Notruf abzusetzen. Finde jetzt heraus, wo deiner ist.

6. Funk für Familie und Nachbarn

ArtLizenzReale ReichweiteGut für
PMR446NeinEinige hundert Meter – 2 kmFamilie, Nachbarn, Gruppe zu Fuß
CB-Funk 27 MHzNein5–15 km vom AutoUnterwegs, Dorf, Viertel
AmateurfunkJa, PrüfungLokal bis weltweitWer es lernen will; Funkamateure helfen im Katastrophenfall
SatellitenmessengerNeinÜberall unter freiem HimmelBerge, Gebiete ohne Netz

Für die meisten Familien reicht ein Paar PMR446-Geräte. Legt Kanal und Hörzeiten fest, zum Beispiel jede volle Stunde fünf Minuten, um Akku zu sparen.

7. Einfache Signale

  • Pfeife: drei kurze Pfiffe heißen „ich brauche Hilfe“ (in den Alpen ist das Notsignal sechsmal pro Minute).
  • Taschenlampe: Lichtzeichen in der Nacht.
  • Klopfen an Rohre oder Wände, wenn du verschüttet bist.
  • Ein Zettel im Fenster („OK“ oder „HILFE“) zeigt Helfern, wer Hilfe braucht.

Checkliste

  • Wichtige Nummern auf Papier
  • Kontaktperson in einer anderen Stadt
  • Vereinbarter Treffpunkt
  • Geladene Powerbank und Kabel
  • Batterie- oder Kurbelradio
  • PMR446-Funkgeräte mit Akkus (optional)
  • Eine Pfeife in jedem Rucksack
  • Wissen, wo der nächste Notfall-Infopunkt ist

Empfohlene Ausrüstung

Worauf du beim Kauf achten solltest. Die Links öffnen eine Suche in einem Onlineshop; wir verdienen nichts daran.Details.

  1. PMR446-Funkgeräte

    Für Familie oder Nachbarn, ohne Netz und ohne Anmeldung.

    • PMR446, anmeldefrei
    • Akkus oder AA-Batterien
    • Spritzwassergeschützt

Häufige Fragen

Welche Reichweite haben PMR446-Funkgeräte wirklich?

In der Stadt meist einige hundert Meter bis 1–2 km, im offenen Gelände oder von einer Anhöhe mehr. Angaben wie 10 km auf der Packung gelten für ideale Bedingungen.

Brauche ich für CB-Funk eine Lizenz?

Nein, CB-Funk auf 27 MHz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit zugelassenen Geräten anmeldefrei. Für Amateurfunk brauchst du eine Prüfung bei der Bundesnetzagentur (in Österreich beim Fernmeldebüro, in der Schweiz beim BAKOM).

Was sind Notfall-Infopunkte?

Viele Gemeinden richten bei langem Stromausfall Anlaufstellen ein, oft „Katastrophenschutz-Leuchttürme“ oder „Notfalltreffpunkte“ genannt, meist in Feuerwehrhäusern oder Rathäusern. Dort gibt es Informationen und man kann Notrufe absetzen. Frag bei deiner Gemeinde nach, wo der nächste ist.

Quellen und weiterführende Links

Preper dient der allgemeinen Information und ersetzt weder die Anweisungen der Behörden noch ärztlichen Rat. Im Notfall wähle 112 (in der Schweiz auch 144, 117 oder 118).