Notfälle

Tornado und Fallböe: Warnzeichen, wo du Schutz findest und was danach zu tun ist

Auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es Tornados und gefährliche Fallböen. Wie du die Warnzeichen erkennst, wo du drinnen, im Auto und im Freien Schutz findest und was nach dem Sturm wichtig ist.

Aktualisiert am , 2 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • Tornados gibt es auch in Mitteleuropa, meist bei schweren Gewittern im Sommer. Sie entstehen in Minuten, deshalb zählt jede Warnung vor Unwetter.
  • Drinnen: in den Keller oder einen kleinen innenliegenden Raum im untersten Stockwerk, weg von Fenstern, Kopf und Nacken schützen.
  • Fenster nicht öffnen, keine Fotos vom Fenster aus: Glas und herumfliegende Teile sind die größte Gefahr.
  • Danach: auf Warnungen achten, Abstand zu herabhängenden Leitungen, Schäden fotografieren, Nachbarn helfen.

Tornados verbindet man mit den USA, aber auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es sie, meist bei schweren Sommergewittern. Die meisten sind schwach, einzelne zerstören in wenigen Minuten Dächer, Autos und Bäume entlang einer schmalen Schneise. Häufiger sind Fallböen: Sturzwinde aus Gewitterwolken, die ähnliche Schäden anrichten können. Für beide gilt dasselbe: Warnungen ernst nehmen und wissen, wohin du gehst.

Warnungen

  • Warnungen vor Unwettern mit Orkanböen, großem Hagel und Starkregen kommen vom Deutschen Wetterdienst, von GeoSphere Austria und von MeteoSchweiz, über Warn-Apps wie NINA, AT-Alert und Alertswiss, Radio und Fernsehen. Mehr dazu unter Warnungen, Sirenen und Warn-Apps.
  • Bei einer Unwetterwarnung: nicht ins Freie, Gegenstände von Balkon und Garten sichern, wissen, wo du Schutz suchst.

Warnzeichen

  • Ein sehr dunkler, oft grünlicher Himmel
  • Großer Hagel
  • Ein lautes Grollen wie von einem Güterzug
  • Eine tiefe, rotierende Wolke, ein Schlauch bis zum Boden oder eine Trümmerwolke

Wo du Schutz findest

Wo du bistBeste Möglichkeit
Haus mit KellerKeller, unter einem stabilen Tisch, nicht unter schweren Möbeln im Stockwerk darüber
Haus ohne KellerKleiner innenliegender Raum oder Flur im untersten Stockwerk, ohne Fenster (Bad, Abstellraum)
MehrfamilienhausInnenliegender Flur oder Raum so weit unten wie möglich, Treppenhaus ohne Fenster
Wohnwagen, Zelt, GartenhausRechtzeitig in ein festes Gebäude wechseln
Büro, Schule, GeschäftInnenliegende Räume und Flure im untersten Stockwerk, Anweisungen folgen
Im AutoZu einem festen Gebäude fahren; sonst angeschnallt bleiben und unter die Fensterlinie ducken, oder abseits in eine Senke legen
Im FreienIn eine Senke legen, Kopf schützen, weg von Bäumen und Autos

In jedem Fall: Kopf und Nacken schützen, mit den Armen, einem Helm, einer Matratze oder Kissen.

Nach dem Sturm

  • Warte auf Entwarnung, bevor du hinausgehst. Oft folgen weitere Gewitter.
  • Abstand zu herabhängenden Leitungen und überflutetem Boden halten.
  • Auf Gebäudeschäden, Gasgeruch und Glasscherben achten. Siehe Gasgeruch: was tun.
  • Schäden fotografieren, bevor du aufräumst, und der Versicherung melden. Sturmschäden sind meist über die Wohngebäudeversicherung gedeckt.
  • Nach Nachbarn sehen, besonders nach älteren Menschen.
  • Kurznachrichten statt Anrufe, damit die Netze frei bleiben.

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Häufige Fragen

Gibt es in Deutschland wirklich Tornados?

Ja. In Deutschland werden jedes Jahr Dutzende Tornados bestätigt, die meisten schwach und kurzlebig. Einzelne richten große Schäden an, etwa 2022 in Paderborn. Auch in Österreich und der Schweiz kommen sie vor. Häufiger und ähnlich gefährlich sind Fallböen (Downbursts) aus Gewitterwolken.

Warum gibt es kaum Tornadowarnungen?

Tornados entstehen sehr kurzfristig und auf kleiner Fläche. Wetterdienste warnen deshalb vor Unwettern mit Orkanböen, großem Hagel und Starkregen. Nimm diese Warnungen ernst: Sie bedeuten, dass auch ein Tornado möglich ist.

Soll ich Fenster öffnen, um den Druck auszugleichen?

Nein. Das ist ein Mythos. Es kostet wertvolle Zeit und lässt Wind und Trümmer herein. Geh sofort in den geschützten Raum.

Bin ich unter einer Autobahnbrücke sicher?

Nein. Unter Brücken kann der Wind sogar stärker werden, und Trümmer fliegen schneller. Fahr wenn möglich zu einem festen Gebäude. Geht das nicht, bleib angeschnallt und duck dich unter die Fensterlinie, oder leg dich abseits des Autos in eine Senke und schütz deinen Kopf.

Quellen und weiterführende Links

Preper dient der allgemeinen Information und ersetzt weder die Anweisungen der Behörden noch ärztlichen Rat. Im Notfall wähle 112 (in der Schweiz auch 144, 117 oder 118).