Notfälle

Bug-in oder Bug-out: wann du zu Hause bleibst und wann du gehen solltest

Wie du zwischen Zuhausebleiben (Bug-in) und Evakuierung (Bug-out) entscheidest: die Vorteile beider Wege, 10 klare Zeichen, dass du gehen musst, und warum es wichtig ist, früh zu gehen.

Aktualisiert am , 2 Min. Lesezeit

Gehört zu:Was ist eine KriseBug InBug Out

Kurz gesagt

  • In den meisten Notfällen ist Zuhausebleiben am sichersten: Dort sind deine Vorräte, dein Bett und deine Nachbarn.
  • Geh sofort, wenn die Behörden es anordnen, wenn das Haus nicht mehr sicher ist oder die Gefahr auf dich zukommt (Wasser, Feuer, Giftwolke).
  • Wenn du dich zum Gehen entschieden hast, geh früh: Straßen sind schnell verstopft.
  • Leg vorher fest, wohin: Verwandte, Freunde oder eine Unterkunft außerhalb des Gefahrengebiets.

Eine der ältesten Debatten unter Preppern: Ist es besser, zu Hause zu bleiben oder zu gehen? Die ehrliche Antwort: Es kommt auf die Lage an. Wer plant, auf jeden Fall zu bleiben oder auf jeden Fall zu gehen, ist nicht wirklich vorbereitet.

Warum Bleiben meist besser ist

  • Alles ist da: Wasser, Essen, Medikamente, Kleidung, ein Bett.
  • Du kennst die Gegend und die Leute; Nachbarn helfen sich.
  • Unterwegs bist du verwundbar: Stau, schlechtes Wetter, kein Benzin, kein Dach.

Deshalb lautet der Rat bei Stromausfall, Schnee, Hitze, Epidemien oder Warnungen zum Drinnenbleiben fast immer: bleiben. So kommst du zurecht: Notvorrat für zu Hause.

10 Zeichen, dass es Zeit ist zu gehen

  1. Die Behörden ordnen eine Evakuierung an. Das klarste Zeichen. Auch wenn du nicht willst: sofort los, bevor die Straßen voll sind.
  2. Das Wasser kommt. Der Fluss steigt, Deiche sind bedroht oder du wohnst im Überschwemmungsgebiet und es gibt eine Unwetterwarnung.
  3. Feuer nähert sich. Ein Waldbrand bewegt sich auf den Ort zu oder der Rauch wird dicht.
  4. Eine Gift- oder Strahlenwolke zieht heran und die Behörden raten nicht zum Drinnenbleiben.
  5. Das Haus ist beschädigt. Nach einem Erdbeben große Risse im Tragwerk, Gasgeruch oder das Gebäude wurde für unsicher erklärt.
  6. Lange ohne Strom und Heizung im Winter. Tagelang ohne Wärme, mit kleinen Kindern oder Älteren: sicherer, zu jemandem mit Heizung zu gehen.
  7. Die Vorräte sind aufgebraucht und es gibt vor Ort keinen Nachschub.
  8. Konflikt oder Gewalt in der Nähe. Unruhen, Kämpfe oder wiederholte Angriffe in deiner Gegend.
  9. Eine schwere Epidemie im Ort, jemand in der Familie ist immungeschwächt und ihr könnt euch woanders isolieren.
  10. Du fühlst dich zu Hause nicht mehr sicher, aus einem konkreten Grund, etwa wiederholten Einbruchsversuchen.

Früh gehen, nicht spät

Wer beim ersten Zeichen geht, findet freie Straßen, offene Tankstellen und eine Unterkunft. Wer bis zuletzt wartet, steckt im Stau, manchmal mitten im Gefahrenbereich. Folge den Warnungen über NINA oder deine Warn-App und schau bei angekündigtem Unwetter täglich in die Vorhersage.

Bereite dich auf beides vor

Für Bug-in:

  • Wasser und Essen für mindestens 10 Tage
  • Licht, Wärme und Strom ohne Netz
  • Ein sicherer Raum zum Schutzsuchen

Für Bug-out:

  • Der Notfallrucksack für 72 Stunden an der Tür
  • Der Tank immer mindestens halb voll
  • Kopien der Dokumente und etwas Bargeld, siehe wichtige Dokumente
  • Zwei Ziele und zwei Routen, mit der Familie abgesprochen
  • Ein Treffpunkt, falls ihr getrennt werdet

Wie du in 15 Minuten das Haus verlässt, mit Checkliste: Evakuierung. Was ihr jetzt als Familie festlegt: Notfallplan der Familie.

Häufige Fragen

Was heißt Bug-in und Bug-out?

Das sind Begriffe aus der Prepper-Szene: Bug-in heißt, zu Hause zu bleiben und mit den eigenen Vorräten auszukommen; Bug-out heißt, mit gepacktem Rucksack schnell an einen sichereren Ort aufzubrechen.

Wohin, wenn ich evakuieren muss?

Am besten zu Verwandten oder Freunden in einer Gegend ohne dasselbe Risiko, vorher abgesprochen. Hast du niemanden, richten Behörden Notunterkünfte ein; wo, erfährst du über NINA, Radio oder die Gemeinde.

Und die Haustiere?

Nimm sie mit. Bereite Transportbox, Futter und Wasser für einige Tage und den Impfpass vor. Siehe unseren Ratgeber zu Haustieren im Notfall.

Quellen und weiterführende Links

Preper dient der allgemeinen Information und ersetzt weder die Anweisungen der Behörden noch ärztlichen Rat. Im Notfall wähle 112 (in der Schweiz auch 144, 117 oder 118).