Notgepäck

10 Fähigkeiten für den Ernstfall in der Stadt, die mehr zählen als Ausrüstung

Krisenvorsorge in der Stadt heißt nicht Feuer und Laubhütte, sondern Gas abdrehen, Wasser im Haus finden, zu Fuß heimkommen, Erste Hilfe leisten und mit den Nachbarn zusammenarbeiten. Zehn Fähigkeiten, die du jetzt lernen kannst.

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Kurz gesagt

  • In der Stadt sind praktische Fähigkeiten am nützlichsten: Haustechnik, Wasser, Erste Hilfe, Orientierung, Hygiene und Nachbarschaft.
  • Ausrüstung hilft nur, wenn du sie bedienen kannst; übe vor der Krise.
  • Das meiste lernst du an einem Nachmittag, Erste Hilfe in einem Tageskurs.
  • Stadt heißt auch viele Menschen: Gemeinschaft ist eine Stärke, nicht nur ein Risiko.

Bei „Überleben“ denken wir an Wald, Feuer und Laubhütten. Die meisten leben aber in Städten, und eine Krise erwischt uns am wahrscheinlichsten zu Hause, bei der Arbeit oder unterwegs. Dort zählen andere Fähigkeiten.

1. Haustechnik abstellen

Wisse, wo Gashaupthahn, Hauptwasserhahn und Sicherungskasten sind und wie man sie abstellt. Bei Gasgeruch oder Wasserrohrbruch verhindert das Brand oder Überschwemmung. Zeig es allen im Haushalt. Siehe Gasgeruch: was tun?.

2. Wasser finden und aufbereiten

Im Haus steckt verborgenes Wasser: Boiler, Spülkasten, Leitungen. Lern, wie du es herausholst und trinkbar machst. Siehe verstecktes Wasser im Haus und Wasser aufbereiten.

3. Erste Hilfe

Blutungen stillen, Wiederbelebung, Heimlich-Griff. Im Katastrophenfall kann der Rettungsdienst lange brauchen. Siehe Wiederbelebung und AED.

4. Orientierung ohne Handy

Mit Papierkarte oder nach Orientierungspunkten von der Arbeit nach Hause, wenn GPS ausfällt. Geh die Strecke mindestens einmal zu Fuß.

5. Kochen und warm bleiben ohne Strom

Was du ohne Herd zubereiten kannst und wie du die Wohnung sicher warm hältst, ohne Kohlenmonoxid-Risiko. Siehe Kochen ohne Strom und Heizen ohne Strom.

6. Hygiene ohne Leitungswasser

Eimertoilette mit Beuteln, waschen mit wenig Wasser, Müll. Krankheiten verbreiten sich schnell, wenn die Kanalisation ausfällt. Siehe Hygiene ohne fließendes Wasser.

7. Aufmerksam sein

Beim Betreten eines Gebäudes auf Ausgänge achten, merken, wenn eine Menge angespannt wird, und rechtzeitig gehen. In der Krise ist es klug, nicht aufzufallen: keine Vorräte oder Ausrüstung zur Schau stellen.

8. Informationen prüfen

Offizielle Warnungen von Gerüchten unterscheiden und keine Panik verbreiten. Siehe Sicherheit in der Krise.

9. Einfache Reparaturen

Ein kaputtes Fenster mit Folie und Klebeband abdichten, ein Leck stoppen, eine Tür richten. Siehe Werkzeug-Grundausstattung.

10. Mit den Nachbarn zusammenarbeiten

Im Mehrfamilienhaus sind die Nachbarn die Ersten, die helfen können, und du ihnen. Lern sie kennen: wer ist älter oder krank, wer hat ein Notstromgerät, wer ist Pflegekraft. Eine organisierte Hausgemeinschaft kommt viel leichter durch eine Krise als vereinzelte Menschen.

So übst du

  • Ein Abend im Monat ohne Strom: du merkst, was fehlt.
  • Geh den Weg von der Arbeit nach Hause zu Fuß.
  • Mach einen Kurs in Erster Hilfe.
  • Eine Familienübung: wie lange braucht ihr im Dunkeln für Haupthähne und Taschenlampen?

Ein Plan für ein Jahr, ein Schritt pro Woche: Vorsorge in 52 Wochen.

Häufige Fragen

Womit fange ich an?

Mit Erster Hilfe und dem Abstellen von Gas, Wasser und Strom. Beides rettet Leben und ist schnell gelernt: ein Erste-Hilfe-Kurs dauert einen Tag, Haupthähne und Sicherungskasten findest du mit der Familie in 15 Minuten.

Unterscheidet sich das von Survival in der Natur?

Ja. In der Natur zählen Feuer, Unterschlupf und Orientierung im Gelände. In der Stadt gibt es Gebäude, viele Menschen und Infrastruktur, die ausfallen kann: Wasser, Wärme ohne Strom, Hygiene, verlässliche Informationen und Sicherheit in Menschenmengen.

Quellen und weiterführende Links

Preper dient der allgemeinen Information und ersetzt weder die Anweisungen der Behörden noch ärztlichen Rat. Im Notfall wähle 112 (in der Schweiz auch 144, 117 oder 118).