Notgepäck

Bug-in in der Wohnung: 7, 14 oder 30 Tage zu Hause durchhalten (mit Einkaufsmengen)

Praktischer Ratgeber fürs Zuhausebleiben in der Etagenwohnung: was im Mehrfamilienhaus anders ist (Aufzug, Wasserdruck, Abwasser, Heizung, Nachbarn), wie du dich Raum für Raum organisierst und welche Wasser- und Lebensmittelmengen pro Person für 7, 14 oder 30 Tage nötig sind.

Aktualisiert am , 3 Min. Lesezeit

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Kurz gesagt

  • Im Mehrfamilienhaus sind in der Krise Wasser (Druckerhöhungspumpen fallen ohne Strom aus), Toilette, Heizung und Aufzug die größten Probleme.
  • Füll beim ersten Anzeichen Badewanne und Behälter und halte eine Eimertoilette mit Beuteln bereit.
  • Im Winter in einen Raum zurückziehen, Fenster dämmen, warm angezogen schlafen. Nie Grill oder Gaskocher ohne Belüftung.
  • Die Tabelle unten nennt die Mengen pro Person für 7, 14 und 30 Tage.

„Bug-in“ heißt zu Hause bleiben und mit dem auskommen, was da ist. In den meisten Krisen ist das richtig, siehe Bleiben oder gehen?. Im Mehrfamilienhaus funktionieren aber einige Dinge anders als im Einfamilienhaus, und wer das vorher weiß, hat es viel leichter.

Was in der Etagenwohnung anders ist

ProblemWarumWas du tust
WasserPumpen, die Wasser nach oben drücken, fallen ohne Strom ausWasservorrat, Badewanne beim ersten Anzeichen füllen
ToiletteOhne Wasser keine Spülung; Rückstau möglichEimer mit Deckel, feste Beutel, Katzenstreu
HeizungFernwärme oder Therme fallen ohne Strom oder Gas ausEin beheizter Raum, warme Kleidung, Schlafsäcke
AufzugGeht ohne Strom nichtVorräte oben, nicht im Keller; Älteren helfen
KochenElektro- und Induktionsherd fallen ausEssen ohne Kochen; Campingkocher nur mit Belüftung
NachbarnViele Menschen, dieselben ProblemeOrganisiert euch im Treppenhaus

Die ersten Stunden

  1. Badewanne, Eimer und Töpfe füllen, solange Wasser kommt (Wannenwasser für Toilette und Waschen; Trinkwasser in geschlossenen Behältern).
  2. Alles laden: Handys, Powerbanks, Powerstation.
  3. Radio hören oder offizielle Warnungen prüfen.
  4. Nach älteren oder alleinlebenden Nachbarn sehen.
  5. Aus der Gefriertruhe nehmen, was zuerst gegessen werden muss.

Raum für Raum

  • Der warme Raum: der kleinste, am besten gedämmte, möglichst ohne Außenwand. Im Winter schlafen alle hier. Decken vor die Fenster, Teppich auf den Boden.
  • Küche: Essen nach Tagen, Trinkwasser, Geschirr.
  • Bad: Notfalltoilette, Wannenwasser, Hygiene.
  • Flur: Notfallrucksack, Taschenlampen, Schuhe, falls ihr gehen müsst.

Warm bleiben: Heizen ohne Strom.

Mengen pro Person

Lebensmittel7 Tage14 Tage30 Tage
Wasser zum Trinken und Kochen20 l40 l85 l
Reis1 kg2 kg4 kg
Nudeln1 kg2 kg4 kg
Haferflocken0,5 kg1 kg2 kg
Mehl oder Grieß0,5 kg1 kg2 kg
Knäckebrot, Zwieback0,75 kg1,5 kg3 kg
Bohnen, Kichererbsen, Linsen (Dose)3612
Fleischkonserven4816
Fischkonserven4816
Gemüsekonserven4816
Obstkonserven3612
H-Milch oder Milchpulver3 l / 250 g6 l / 500 g12 l / 1 kg
Honig, Marmelade1 Glas2 Gläser4 Gläser
Nüsse, Trockenobst0,5 kg1 kg2 kg
Riegel, Schokolade71430
Öl0,5 l1 l2 l
Instantsuppen51020

Die Wassermengen folgen der BBK-Empfehlung von 2 Litern Trinkwasser plus etwas Wasser zum Kochen pro Tag. Dazu Salz, Zucker, Kaffee, Tee, Gewürze, Tierfutter und Spezialnahrung (Babys, Diäten). Ein komplettes Menü: Essensplan für 14 Tage. Für die ganze Familie: Vorratsrechner.

Der Rest der Liste

  • Taschenlampen und LED-Leuchten, Batterien, Powerbanks
  • Batterie- oder Kurbelradio
  • Campingkocher und Kartuschen (nur bei offenem Fenster, nie nachts im Schlafraum)
  • CO- und Rauchmelder
  • Schlafsäcke, Decken, warme Kleidung, Handwärmer
  • Eimer mit Deckel, feste Beutel, Katzenstreu oder Sägespäne, Desinfektion
  • Hausapotheke und eigene Medikamente für einen Monat
  • Gewebeband und Folie (kaputte Fenster, Abdichten)
  • Feuerlöscher
  • Bargeld und Dokumentenkopien

Mit den Nachbarn

  • Eine Liste: wer lebt allein, wer ist älter, wer hat kleine Kinder oder braucht medizinische Hilfe.
  • Wer hat was: Powerstation, Stromerzeuger (nur draußen), Ärztin oder Pfleger.
  • Eine Hausgruppe im Messenger hilft, solange das Netz geht; danach ein Zettel am Schwarzen Brett.

Wenn sich die Lage ändert und ihr gehen müsst: Evakuierung in 15 Minuten.

Empfohlene Ausrüstung

Worauf du beim Kauf achten solltest. Die Links öffnen eine Suche in einem Onlineshop; wir verdienen nichts daran.Details.

  1. Wasserkanister mit Hahn

    Lassen sich in der Wohnung gut stapeln und ohne Heben entleeren.

    • Lebensmittelecht
    • 10–20 Liter
    • Hahn und Griff

Häufige Fragen

Wohin mit den Vorräten in einer kleinen Wohnung?

Unters Bett, in die Abstellkammer, auf hohe Schrankfächer, ins Kellerabteil (nur, was Feuchtigkeit verträgt) und in Kisten, die als Nachttisch dienen. Wasserkästen passen unters Bett oder in den Flurschrank.

Kommt ohne Strom noch Wasser in den oberen Stockwerken an?

Oft nicht: in vielen Häusern drücken Pumpen das Wasser nach oben und fallen bei Stromausfall aus. Je höher du wohnst, desto wichtiger ist der Wasservorrat.

Was, wenn die Kanalisation nicht funktioniert?

Nicht mehr spülen, wenn Rückstau droht oder die Behörden es sagen. Einen Eimer mit festen Beuteln und Katzenstreu oder Sägespänen nutzen, Beutel zubinden und bis zur Entsorgung verschlossen an einem separaten Ort lagern.

Quellen und weiterführende Links

Preper dient der allgemeinen Information und ersetzt weder die Anweisungen der Behörden noch ärztlichen Rat. Im Notfall wähle 112 (in der Schweiz auch 144, 117 oder 118).