Selbstversorgung (Homesteading): erste Schritte zu mehr Unabhängigkeit, im Haus oder in der Wohnung
Was Selbstversorgung wirklich heißt: Strom, Wasser, Nahrung, Haltbarmachen, Wärme, Werkzeug und Hygiene. Realistische Schritte für Haus mit Garten und für die Mietwohnung, in sinnvoller Reihenfolge.
Gehört zu:Homestead
Kurz gesagt
- Selbstversorgung ist kein Alles-oder-nichts: Jeder Schritt macht dich etwas unabhängiger von Supermarkt und Netz.
- Die sinnvolle Reihenfolge: Wasser, Nahrung und Haltbarmachen, Strom, Wärme, dann Tiere und Werkzeug.
- In der Wohnung fängst du mit Balkongarten, rollierendem Vorrat, Powerstation mit Solarmodul und Wasservorrat an.
- Fähigkeiten (einkochen, reparieren, anbauen) zählen so viel wie Ausrüstung.
„Homestead“ heißt auf Englisch ein Haushalt, der einen Teil dessen selbst erzeugt, was er verbraucht. Dafür brauchst du keinen Bauernhof. Jeder Schritt, vom Tomatentopf bis zum Solarmodul, macht dich etwas unabhängiger von Supermarkt und Netz, und in einer langen Krise merkt man den Unterschied.
1. Wasser
- Der Grundvorrat: Flaschen oder Kanister für mindestens 10 Tage, siehe wie viel Wasser lagern.
- Regenwasser: eine Regentonne am Fallrohr deckt Gießen und Putzen, siehe Regenwasser sammeln.
- Aufbereitung: ein guter Filter und Desinfektion, damit du jede Quelle nutzen kannst, siehe Wasser aufbereiten.
- Im Haus: ein Brunnen, regelmäßig im Labor geprüft, ist die größte Einzelinvestition in Unabhängigkeit.
2. Nahrung
- Bau an, was ihr oft esst: Salat, Tomaten, Paprika, Kartoffeln, Bohnen. In der Wohnung: Balkongarten.
- Obstbäume und Beerensträucher im Garten: ein Apfelbaum, ein Zwetschgenbaum oder Johannisbeeren tragen jahrelang.
- Kleintiere (Hühner für Eier, Kaninchen) sind der nächste Schritt im Haus, wenn es erlaubt ist.
- Wildkräuter (Brennnessel, Bärlauch, Hagebutte) sind ein Bonus, aber sammle nur, was du sicher erkennst; Bärlauch wird leicht mit giftigen Pflanzen verwechselt.
3. Haltbarmachen
Eine Ernte verdirbt schnell, wenn du nicht weißt, wie man sie lagert.
- Einkochen, richtig gemacht, um Botulismus zu vermeiden: sicher einkochen.
- Trocknen und Dörren von Obst, Gemüse und Kräutern: Trockennahrung.
- Ein kühler Keller hält Kartoffeln, Äpfel, Möhren und Kohl monatelang ohne Strom.
- Ein rollierender Vorrat: das Älteste zuerst essen und nachkaufen, siehe Notvorrat.
4. Strom
- In der Wohnung: eine Powerstation und ein faltbares Solarmodul, siehe Solarmodule; auch ein Balkonkraftwerk liefert im Alltag Strom, bei Netzausfall aber nur mit Speicher und Notstromfunktion.
- Im Haus: Photovoltaik mit Speicher und Notstrom- oder Ersatzstromfunktion, siehe alternative Energie.
- Licht: LED-Lampen mit Akkus.
5. Wärme
- Ein Kaminofen mit jährlich geprüftem Schornstein gibt Wärme und eine Kochstelle ohne Strom.
- Brennholz trocken und ein Jahr im Voraus lagern.
- Dämmung ist die günstigste „Wärmequelle“.
Ohne Ofen: Heizen ohne Strom.
6. Werkzeug und Können
- Eine Grundausstattung und Handwerkzeug, das ohne Strom geht: Säge, Axt, Spaten, Rechen. Siehe Werkzeug-Grundausstattung.
- Lern pro Jahreszeit eine Fähigkeit: einkochen, einen Knopf annähen, einen Wasserhahn reparieren, ein Messer schärfen, Erste Hilfe.
7. Hygiene
- Seife, Waschmittel und Hygieneartikel für einige Monate.
- Ein Plan für die Toilette, wenn das Wasser ausfällt: Hygiene ohne fließendes Wasser.
- Wäsche von Hand waschen: große Wanne, Waschbrett, Wäscheleine.
Wo du anfängst
| Du wohnst in | Die ersten 3 Dinge |
|---|---|
| Wohnung | Balkongarten, rollierender Vorrat für 10 Tage, Powerstation mit Solarmodul |
| Haus in der Stadt | Regentonne, Gemüsegarten, Kaminofen oder PV mit Speicher |
| Haus auf dem Land | Geprüfter Brunnen, Garten und Keller, Hühner und Brennholz für einen Winter |
Was du überall haben solltest: Notvorrat für zu Hause.
Häufige Fragen
Was kostet Selbstversorgung?
Anfangen kannst du fast ohne Geld: Saatgut, Gläser, ein geordneter Vorrat. Große Schritte wie eine Photovoltaikanlage, ein Brunnen oder ein Kaminofen kosten Tausende Euro und gehen am besten schrittweise, oft mit Förderprogrammen von Bund, Land oder Kommune.
Darf ich in der Stadt Hühner halten?
Das hängt von Bebauungsplan, Hausordnung und Nachbarn ab. Viele Gemeinden erlauben ein paar Hühner im Garten, mit Auflagen zu Abstand und Hygiene. Frag vorher bei der Gemeinde oder dem Vermieter nach.
Muss ich aufs Land ziehen?
Nein. Völlige Selbstversorgung ist überall schwer. Realistisch ist, einige Wochen ohne Supermarkt und Netz auszukommen, und das geht auch in der Wohnung.
Quellen und weiterführende Links
Preper dient der allgemeinen Information und ersetzt weder die Anweisungen der Behörden noch ärztlichen Rat. Im Notfall wähle 112 (in der Schweiz auch 144, 117 oder 118).